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MiniundMami
GEDANKEN LIFE

Meine Kinder müssen nur Kinder sein…

„Wir müssen los, Theo!“ rufe ich hoch Richtung Kinderzimmer. „Neeeein, müssen wir noch nicht Mama – es ist doch erst 37Uhr!“ , bekomme ich zur Antwort. Zeit hat für ihn noch absolut keine Bedeutung und das ist gut so, denn Zeit muss noch keine Rolle für ihn spielen! Am selben Abend erwische ich mich aber wieder dabei, als ich ihm nach dem Sandmännchen sage, dass es Zeit ist ins Bett zugehen! Aber vorher müssen wir noch Zähne putzen und dem Papa einen Gute-Nacht-Kuss geben. „Wer sagt dass denn Mama? Du oder der Papa? Oder der Sandmann? Oder der liebe Gott? Wer sagt denn was man Muss, Mama? Wer denkt sich das denn aus?“ Ja, Warum müssen Kinder? Warum dürfen sie nicht einfach Kind sein und die Dinge tun die sie möchten? Muss man irgendwas mit 2 oder 3 Jahren? Außer spielen, malen, tanzen, lachen, und noch viel mehr Dinge die Spaß machen?

Theo möchte toben und träumen, singen, quietschen und seine Stimme ausprobieren. Er möchtest Bücher anschauen und stellt sich anschließend vor, er wäremitten drin, in Pettersons Garten, und versucht Findus einzufangen. Dabei übersieht er seinen Bruder, der ihm vom Boden aus begeistert zusieht. „Mensch Mama, weil Emil da liegt – ist mir Findus entwischt!“ Ich atme tief durch, wiege und tröste Emil und versuche nicht zu schimpfen. Er stellt sich vor er wäre Mogli, und unter dem Bett ShirKan – springt mit einem gewagtem Sprung vom Bett. Dabei fällt die Nachttischlampe um.  – Durchatmen –  ist ja schließlich nicht’s passiert! Theo grinst: „Ist doch nur ein Stein Mama – lass ihn einfach liegen!“Deine Fantasie hätte ich gerne!

Und Seine Fantasie hatte ich vermutlich auch mal – auch ich bin eingetaucht in meine eigene kleine Phantasiewelt, in der kein Abenteuer unmöglich war! Wie schlimm fande ich den Satz: „Du musst….“ und wie ungern höre ich ihn selbst heute noch.  Er schränkt meine Freiheit und mein Recht auf Selbstbestimmung ein, selbst wenn es oftmals nur um Kleinigkeiten geht. Deshalb versuche ich Sätze die das Wörtchen „Muss“ enthalten, zu vermeiden.

Denn Theo muss sich nicht schneller anziehen, nur weil ich das möchte. Er muss, auch nicht Schuhe anziehen, wenn er doch viel lieber Barfuß über die Wiese rennen möchte. Er muss auch nicht „Bitte“ oder „Danke“ sagen, und schon gar nicht „Entschuldigung“, wenn er doch gar noch nicht versteht was das bedeutet. Er muss nicht ruhig sitzen bleiben und muss nicht Punkt 19 Uhr im Bett liegen. Er muss auch niemandem die Hand geben und freundlich „Guten Tag“ sagen. Er muss seinen Namen niemanden verraten und auch nicht wie alt er ist. Er muss seine Klamotten nicht sauber halten. Er muss auch nicht aufessen oder als Strafe auf den Nachtisch verzichten. Er muss nicht Haare kämmen oder lieb‘ zu seinem Bruder sein. Er muss mir keinen Kuss geben, oder mich Umarmen wenn wir uns im Kindergarten verabschieden. Er braucht sich keine Träne verkneifen und muss nicht stark wie ein Indianer sein. Er muss die Dinge die ihm wichtig sind nicht teilen.

Natürlich müssen wir auch unseren Kindern Grenzen setzen und ein Gefühl für Regeln mitgeben. Aber für Kinder ist es soooo wichtig, ganz viel FREI zu sein und den Moment zu erleben. Ich denke jeder weiß, dass damit nicht gemeint ist, alles durchgehen zu lassen. Aber es gibt so viele Situationen in denen wir unseren Plan nochmal überdenken könnten, und uns zum Beispiel fragen sollten: Habe ich es gerade wirklich so eilig oder hat es nicht vielleicht noch 20min länger Zeit?

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