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Mütter und ihre Jobs: Interview mit Susan Lippmann

Heute ist wieder Donnerstag und das bedeutet,  es gibt wieder ein Mama-Interview für euch. Heute möchte ich euch Susan vorstellen. Susan lebt zusammen mit Ihrem 2 Jahre alten Sohn in der Nähe von Leipzig.  Beruflich ist sie viel unterwegs und hat auch schon in einigen Ländern  (Südafrika,Argentinien, England) gelebt. Dementsprechend viel ist sie damit beschäftigt die Betreung ihres Sohnes zu organsieren, und sich deshalb für mind. 3 Monate im Jahr eine Auszeit zu nehmen. Momentan reist sie zusammen mit ihrem Sohn durch Indonesien. Ganz entspannt hat sie sich von mir für euch „ausfragen“ lassen… ; )

 

Hallo Susan! Du bist 38 Jahre alt und Mutter von 1 Kind? Erzähl etwas von dir!

Seit meinem 14. Lebensjahr reise ich in regelmäßigen Abständen um die Welt und ich glaube, das hat mich und mein Leben entscheidend geprägt. Ich liebe es, weit weg zu sein, fremde Gerüche in der Nase zu haben, mir unbekannte Sprachen zu hören, in andere Welten einzutauchen. Egal, welchen Schritt ich im Leben ging, Reisen gehörte immer dazu. Ich konnte mir nie vorstellen, dass das anders werden würde, wenn ich ein Kind habe.

Was bedeutet Mutterschaft/Familie für dich?

Ich komme an. Ganz langsam, aber jeden Tag einen Schritt mehr. Mein Sohn ruft nach Besonnenheit, Geduld, Einfühlung. Ich lerne so viel durch ihn und mit ihm, dafür bin ich unendlich dankbar.

Was hat sich verändert seit du Mama bist?

Ich reise noch immer viel, mit Kind reist es sich anders, ganz klar, aber ich genieße diese entschleunigte Form des Unterwegsseins. Ich treffe andere Menschen, wir haben andere Gemeinsamkeiten, andere Themen, als ich sie früher hatte. Ich bin achtsamer geworden, nehme die Zeichen meines Sohnes wahr und ernst. Ebenso meine. Und lege öfters Ruhepausen ein. Bin einfach mal, mit und bei ihm, aber nehme mir bewusst auch Zeiten für mich allein. Zum Meditieren, Yoga, für die Sauna.
Ich vertraue ihm und unserer Beziehung völlig. Das ist etwas Neues für mich. Keine Zweifel zu haben, zu wissen, es ist alles richtig, wie es ist.

Wo und Was hast du vor der Schwangerschaft/Elternzeit gearbeitet und warum war dieser Job nicht mehr mit Kindern/Familie zu vereinbaren?

Davor war ich fest angestellt an einer englischen Universität als Dozentin. Als ich schwanger wurde, war schnell klar, dass ich zurück nach Deutschland gehen und in der Nähe unserer Familie sein wollte, zumindest in seinen ersten Lebensjahren. Für mich war wichtig, dass mein Kind regelmäßigen Kontakt zu seinem Papa, seiner Tante und seinen Großeltern hat. Und auch ich wollte ein stabiles soziales Netz um mich herum haben.

Wie kam es zu der Idee deiner Selbstständigkeit?

Vor meiner Zeit in England (ich war 5 Jahre dort) war ich bereits freiberuflich tätig und hatte auch im Ausland meine beruflichen Kontakte weiter gepflegt. Daran konnte ich sofort in der Elternzeit wieder anknüpfen und neue Auftraggeber akquirieren. Mittlerweile bin ich gut aufgestellt, erstelle Lehrmaterial und Lehrbücher, konzipiere Fachsprachenseminare, biete Fortbildungsseminare für Fremdsprachenlehrende an und leite jeden ein internationales Jugendsprachcamp.

Was ist deine größte Stärke als Mutter und ist diese dir auch im Job/Selbstständigkeit von Nutzen?

Vor allem lerne ich als Mutter, was Beziehung heißt. Wie ich mit anderen in Beziehung gehen, wie ich einfühlsam dem anderen gegenüber treten und doch immer bei mir selbst bleiben kann.

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Was gefällt dir Besonders an deinem Job? Und was an deiner Selbstständigkeit?

Ich fühle mich relativ frei. Ich kann Aufträge absagen, wenn sie mir nicht zusagen, kann mir eine Auszeit nehmen, wenn ich vorher genug Geld zur Seite gelegt habe. Momentan bin ich mit meinem Sohn in Indonesien unterwegs, 3 Monate lang. Das ist so ein unglaublicher Luxus, den ich als Freiberuflerin habe. Ich teile mir meine Arbeitszeiten sehr flexibel ein, arbeite lieber nachts als morgens, auch mal am Wochenende, dafür gehe ich dann mitten in der Woche vormittags zum Malort oder in die Sauna.

Wie sieht ein Tag in deiner Familie aus?

Ganz, ganz unterschiedlich. Wie gesagt, gerade sind wir unterwegs. Zuhause in Deutschland geht mein Sohn vormittags zum Tagesvater, in der Zeit sitze ich am Schreibtisch oder mache den Haushalt oder tue mir „kleine Gefallen“, wie Yoga oder Frühstücken mit einer Freundin. 2-3x pro Monat reise ich an verschiedene Universitäten in ganz Deutschland und gebe dort Fortbildungen für Angestellte. Dann wird mein Sohn vom Papa oder seiner Oma betreut. Da kann ich dann auch gut in Hotels nach den Seminaren arbeiten, da ich weiß, er ist in guten Händen.

Wie organisierst du deinen Job/Kinder/Haushalt/Mann – und wie bekommst du alles unter einen Hut?

Ich organisiere gut und langfristig, bleibe dabei aber flexibel. Ich habe ein stabiles Betreuungsnetz und kann mittlerweile auch gut um Hilfe bitten; das fiel mir früher schwer.

In welchen Bereichen holst du dir Hilfe/ Unterstützung?

Hauptsächlich in der Betreuung meines Sohnes. Ohne familiäre Unterstützung könnte ich beruflich nicht so erfolgreich sein. Und mir auch keine mehrmonatigen Auszeiten mit meinem Kind nehmen können. Diese genießen wir beide so sehr!!

Würdest du den Schritt in die Selbstständigkeit immer wieder wagen?

Ja, aber nur, wenn ich zuverlässige, stabile Auftragsgeber hätte. Und ein finanzielles Polster. Da ich allein mit meinem Sohn lebe, wäre mir alles andere zu unsicher und verantwortungslos.

Würdest du etwas anders machen? Wenn ja, was genau?

Nein, ehrlich gesagt nichts. Mir geht es ganz wunderbar so, wie es gerade ist.

…ein letzter Satz von dir?

Ich glaube, deine innere Stimme sagt dir ganz genau, was zu tun ist. Als Mutter, als Partnerin, als Selbständige, als was auch immer. Wir müssen nur zuhören.

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