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Mütter und ihre Jobs: Interview mit Anne & Anna von der Berliner Kiste

Ein starkes Duo aus Berlin, mit einer tollen Idee und dem Traum vom eigenem Unternehmen. Anne und Anna, haben sich während der Elternzeit selbstständig gemacht und verschicken nun schon seit ein paar Monaten ihre Kisten durch die ganze Republik! Jetzt fragt ihr euch bestimmt, was da Schönes in diesen besagten Kisten ist. Die beiden verraten es euch, lest selbst….

Hallo Anne, Hallo Anna! Stellt euch doch mal vor!

Anne: Ich bin Anne,  38 Jahre alt, Mutter von Karl (2). Journalistin und Startup-Gründerin: www.dieberlinerkiste.de
Anna: …und ich bin Anna, 36 Jahre alt und Mutter von 1 Tochter, Friederika (2). Angewandte Kulturwissenschaftlerin und Startupgründerin von der Berliner Kiste www.dieberlinerkiste.de

Was bedeutet Familie für euch?

Anne: Familienmensch im Sinne von gerne mit meiner Familie zusammen war ich schon immer. Seit ich selbst Mutter bin kann ich meine Eltern und manche Situationen besser verstehen. Und es ist einfach schön, Kinder aufwachsen zu sehen. Die Fröhlichkeit, die Neugier und das Unvoreingenommene mitzuerleben. Das eigene Leben macht mit Kind noch einmal mehr Sinn…
Anna: ? Ich habe schon als 14-jähriges Mädchen auf unsere Nachbarskinder (3 und 1) aufgepasst und die Zeit mit ihnen geliebt: sie großwerden und aufwachsen zu sehen in ihrer kindlichen Leichtigkeit. Mama zu sein erfüllt mich mit unglaublich viel Stolz und gibt meinem Leben einen ganz anderen Sinn. Meine Familie ist mein Zuhause, egal wo wir sind.

Was hat sich verändert seit du Mama bist?

Anne: Alles : ) Zum Beispiel meine Prioritäten: Es ist mir wichtig, Zeit mit meinem Kind zu verbringen. Oder meine Schlafgewohnheiten: Während ich mich früher nach der Arbeit meist noch mit Freunden getroffen habe und nie vor Mitternacht im Bett war, lege ich mich jetzt viel früher schlafen, weil die Nächte kurz und die Tage schön sind, aber eben auch Kraft kosten. Und richtig Feierabend gibt`s als Mutter nur selten. Meine Freizeit verbringe ich im Sommer größtenteils auf Spielplätzen, hätte ich mir früher nicht vorstellen können.
Anna: Wirklich anders habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt; Schlafmangel kannte ich bereits durch meinen Job und mit Kindern habe ich immer viel Zeit verbracht. Ich habe aber gedacht, dass ich weiter tolle Urlaube, Kurztrips und Backpacking mit meinem Freund mache – alleine und ohne Kind! Aber das ist nicht so. Unsere Zeit als Paar hat sich also total verändert. Naja und mein ganzer Tagesablauf auch: bevor ich Mutter war, habe ich sehr viel Priorität auf die Arbeit gelegt und am Wochenende ausgeschlafen und einfach in den Tag hinein gelebt. Jetzt lege ich viel Wert darauf, möglichst viel Zeit mit meiner Tochter zu verbringen und bin im Sommer oft schon um halb neun auf dem Spielplatz.

Was habt ihr vor der Schwangerschaft/Elternzeit gearbeitet und warum war dieser Job nicht mehr mit Kindern/Familie zu vereinbaren?

Anne: Ich war Journalistin mit Herz und Seele. Als Redakteurin habe ich für eine Zeitungsgruppe in einem großen Verlag gearbeitet – auch an Wochenenden, Feiertagen und sehr oft bis spät abends. Vor 20 Uhr war ich die vergangenen Jahre eigentlich nie aus dem Büro raus. Diese Arbeitszeiten sind einfach mit Kind nicht zu vereinbaren – für mich zumindest nicht. Denn, siehe oben, ich verbringe gerne Zeit mit meinem Sohn und möchte ihn auch unter der Woche wach erleben und sein Aufwachsen aktiv mitbekommen und -gestalten.
Anna: Vor der Elternzeit bin ich als „Leiterin Servicecenter Hannover und Bremen“ bei der Deutschen Bahn täglich von Berlin in den Norden gependelt, habe super viel und gerne gearbeitet; bin um 6 Uhr morgens aus dem Haus und war um 20 Uhr zurück. Nach der Elternzeit bin ich dann als Gruppenleiterin bei der Deutschen Bahn tagtäglich auf den ICE-Zügen quer durch Deutschland gefahren. Das war irgendwann einfach zu viel: Immer weg von Zuhause ohne feste Arbeitszeiten konnte ich mir mit Kind einfach nicht mehr vorstellen. Ich möchte Friederika ja großwerden sehen und sie gerade in den ersten Jahren wann immer es geht um mich haben.

Wie kam es zu eurer Idee?

Anne: Als freiberufliche Journalistin habe ich bereits gearbeitet. Und dazu kam der Wunsch ein eigenes Business zu starten. Die Idee, Geschenkkisten mit schönen Dingen aus Berliner Manufakturen auf den Markt zu bringen, wurde dann während der Elternzeit in den Gesprächen mit meiner Freundin Anna (Geschäftspartnerin) immer konkreter. Schließlich haben wir es zusammen gewagt – und von Beginn an großen Zuspruch erlebt.
Anna: Ich habe schon lange bzw. immer wieder den Traum gehabt, ein eigenes kleines Unternehmen zu gründen. In der Elternzeit habe ich angefangen Kinder T-Shirts und Babykleidung zu designen. Das war aber irgendwie mehr mein Hobby. Schließlich habe ich es mit meiner Freundin Anne gewagt. Die Idee kommt sehr gut an und uns macht die Arbeit unheimlich Spaß.

Was ist eure größte Stärke als Mutter, und ist euch diese auch in der Selbstständigkeit von Nutzen?

Anne: Ich kann gut fokussieren. In der Zeit, die Karl in der Kita ist, powere ich voll durch. Da wird kaum eine Minute mit Tratsch oder Kaffeepausen verplempert. Ich arbeite sehr konzentriert und schaffe viel in kurzer Zeit. Wenn ich ihn dann abhole konzentriere ich mich wiederum voll auf ihn und seine Bedürfnisse, dann ist Karl-Zeit. Außerdem bin ich als Frau und Mutter natürlich supermultitaskingfähig und kann vieles gleichzeitig 😉
Anna: Ich bin super gut organisiert und habe ein gutes Zeitmanagement. Zwischen 8 und 15:30 Uhr, wenn Friederika in der Kita ist, arbeite ich in Teilzeit in einer kleinen Firma in der Geschäftsreiseorganisation. Hier konzentriere ich mich voll auf meine Arbeit und schaffe viel in der kurzen Zeit. Die Zeit in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit und Kita nutze ich und schreibe die wichtigsten Mails, plane neue Kisten im Kopf und bespreche die nächsten To Do`s mit Anne. Sobald ich in der Kita bin, schalte ich aber immer um auf Mamamodus und genieße die Zeit mit Friederika. Ab und an gibt es nochmal ein geschäftliches Telefonat auf dem Spielplatz: Multitasking-Mama also!

Was gefällt euch Besonders an der Selbstständigkeit?

Anne: Es gefällt mir, mein eigener Chef zu sein, meine Zeit selbst einteilen zu können. Ich habe auch früher schon gern Verantwortung übernommen – und jetzt trage ich sie, gemeinsam mit Anna, für unser Business. Es ist unheimlich inspirierend, in einem ganz anderen Bereich zu arbeiten als dem, aus dem ich ursprünglich komme. Für DIE BERLINER KISTE machen wir bis jetzt von der Produktkreation über die Kalkulation bis hin zum Marketing und Social Media alles selbst. Eine sehr intensive, lehrreiche, spannende Zeit.
Anna: DIE BERLINER KISTE ist meine persönliche Freiheit: hier bin ich – gemeinsam mit Anne – mein eigener Chef. Klar tragen wir gemeinsam eine große Verantwortung, können aber auch alles alleine entscheiden. Es ist total spannend und aufregend, sein eigenes Business aufzuziehen. Wir ergänzen uns super, lernen unglaublich viel und erleben gerade eine intensive und spannende Zeit.

Wie sieht ein Tag in eurer Familie aus?

Anne: Morgens weckt Karl uns auf, will erst einmal spielen. Kaltstart für uns Erwachsene. Dann Kaffee, Frühstück, Dusche, alle anziehen. Dabei spielen, Quatsch machen. Zu Fuß zur Kita. Wir Erwachsenen arbeiten bis nachmittags, mein Mann auch oft abends und auswärts – dann ist er mehrere Tage, manchmal wochenlang nicht zuhause. Dann hole ich Karl von der Kita ab. Nachmittags/frühabends haben wir meist Spieldates mit anderen, je nach Wetter geht es auf den Spielplatz oder woandershin. Ansonsten ist Karls größtes Hobby das Backen, gern auch jeden Tag: Kekse, Waffeln, Kuchen. Verziert wird alles mit buntem Zuckerguss. Dann: Abendbrot – da essen wir alle gern warm, also wird zusammen gekocht. Nachrichten im Fernsehen gucken, dann ins Bett. Buch vorlesen, Gute-Nacht-Lied, schlafen. Ich setze mich dann noch oft an den Laptop und arbeite.
Anna: In der Woche müssen wir alle super früh raus. Der Wecker wird mindestens noch drei Mal weitergestellt, dabei gekuschelt. Dann frühstücken wir aber immer noch ganz in Ruhe, kuscheln und um 8 Uhr geht sie in die Kita und wir fahren ins Büro. Bis auf dienstags hole ich sie immer ab, da mein Freund gerade studiert und Vollzeit arbeitet. Dann gehen wir meistens auf dem Spielplatz schaukeln; jetzt im Winter gerne auch mal in den Bastelladen, wo wir uns viele bunte Perlen holen und zuhause gemütlich bei Kaffee und Kakao tolle Ketten bastelnOft treffen wir uns aber auch nach der Kita mit Anderen zum spielen und quatschen. Abends essen wir alle zusammen, meistens die klassische Brotzeit oder Friederika und ich kochen gemeinsam Nudeln. Irgendwas, das schnell geht. Danach toben auf dem Bett, durchkitzeln, Buch lesen mit Papa auf dem Sofa, Zähneputzen, waschen, Schlafanzug an und Buch lesen im Bett mit Mama. Schlafen.

Wie organisiert Ihr Job und Familie? Wie bekommt Ihr alles unter einen Hut?

Anne: Mein Mann ist freiberuflicher Künstler und arbeitet viel im Ausland. Deshalb funktionieren starre Regeln wie „Einer bringt das Kind morgens zur Kita – der andere holt es ab“ bei uns nicht. Ich sag mal: Es ist manchmal nicht ganz einfach, aber am Ende klappt es immer irgendwie.

Anna: In der Woche ist alles super durchgeplant und alles was die Arbeit betrifft, passiert während der Zeit, in der Friederika in der Kita ist. Mein Freund studiert noch neben seinem normalen Job in München und kann daher zurzeit nicht viel machen. Er übernimmt montags den Kitadienst. Einen Tag übernimmt unsere Babysitterin. So schaffe ich an diesem Tag mehr als sonst. Manchmal bin ich echt platt und der Haushalt fällt dann eben an manchen Tagen einfach mal aus. Insgesamt funktioniert es irgendwie alles super, auch weil Friederika echt gut mitmacht.

In welchen Bereichen holt Ihr euch Hilfe/ Unterstützung?

Anne: Wir haben eine tolle und zuverlässige Babysitterin, die auf Karl aufpasst, wenn wir abends weggehen wollen oder nachmittags doch mal einen Termin haben. Wir haben auch eine Putzhilfe. Und wir lassen uns, seit Karl da ist, den Einkauf nach Hause liefern.
Anna: Wie gesagt, wenn es mal eng wird, ich in einer Woche viel arbeiten muss oder wir ausgehen wollen, dann übernimmt unsere Babysitterin. Friederika liebt sie und sie ist einfach nur toll. Ich kann auch immer mal wieder auf Freunde zurückgreifen bei denen ich Friederika für ein paar Stunden „parken“ kann. Lebensmittel lassen wir uns gerne einfach mal nach Hause liefern.

Würdet ihr den Schritt in die Selbstständigkeit immer wieder wagen?

Anne: Auf jeden Fall – es ist toll! Und es ist ja keine Einbahnstraße: Wenn man doch irgendwann lieber wieder eine Anstellung hätte, kann man ja immer noch wieder umswitchen.
Anna: Ja, auf jeden Fall. Es ist unglaublich bereichernd, aufregend und spannend. Es macht mich glücklich und erweckt vorher ungeahnte Kräfte und meine Kreativität.

Welchen Tipp habt ihr für Mütter die unglücklich mit ihrem Job sind und/oder mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Anne: Wagt es! Wann, wenn nicht jetzt? Ihr solltet ein kleines Finanzpolster angespart haben, denn eine Gründung kostet erst einmal.
Anna: Befreit euch und wagt es! Es fühlt sich gut an und erweckt Power und Zufriedenheit. Das spüren auch eure Kinder und profitieren davon. Ein gutes finanzielles Startkapital und eine tolle Geschäftspartnerin sind Gold wert!

…ein letzter Satz von euch?

Anne: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Anna: Good mums have sticky floors, dirty ovens, and happy kids!

 

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Wer den Artikel gelesen hat, (nicht schummeln! 😉 darf beim Gewinnspiel teilnehmen. Zusammen mit der BERLINER KISTE,
verlosen wir heute einen Kinderkoffer für euch.
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VIEL GLÜCK! <3

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1 Comment

  • Reply
    Mimi Wöhe
    Februar 14, 2016 at 10:27 pm

    Ja, ich verstehe die beide zu gut. Wenn ein kleines Wesen ins Leben tritt verändert sich einfach alles. man beginnt seine Prioritäten zu ändern. Und man beginnt seine Arbeitseinstellung zu ändern. Ich finde es so wunderbar, dass die beiden den Schritt gewagt haben und die große Karriere für die Familie geopfert haben. Nun wünsche ich natürlich den 2 viel Erfolg mit dieser wundervollen Idee und das alles, wirklich alles, zu Ihrer absoluten Zufriedenheit verlaufen wird.
    Nun heißt es Däumchen drücken, da ich so ein großer Berlinfan bin und mein kleiner, übrigens 2jähriger, Sohn soll auch endlich diese Stadt mit dieberlinerkiste und miniundmami kennen lernen.

    Viele liebe Grüße von Mimi

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