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Mütter und Ihre Jobs: Maja und ihr Label „mien“

Für ihre Liebe zum Nähen kündigte die Sicherheitsfanatikerin Maja ihren „Brotjob“, stürzte sich in das Abenteuer Selbstständigkeit und gab ihrem Label  „Mien“ (schwedisch: mein) eine Vollzeitchance. So wurde aus der Bürolady eine hippe Designerin und das Label wurde schon bald in majamien und babymien aufgeteilt, um die praktischen Windeltaschen, Haarbänder, Beanies und Stillschals für unsere Kleinen, mit ein paar coolen Accessoires für die modische Frau und den lässigen Mann zu ergänzen. Ihr müsst da wirklich mal reinschauen – die beiden Shops sind gefüllt mit schlichten, klaren und wunderschönen Herzstücken, die in Majas Berliner Atelier von Ihr selbst entworfen und in Kleinserien produziert werden. Und auch für Extrawünsche ist Sie immer zu haben und kombiniert Stoffe und Farben für euch nochmal ganz neu. Euch erzählt sie heute etwas aus ihrem Leben als Mama zweier pupertierender Jungs und über den Schritt zur selbstständigen Designerin.

Hallo liebe Maja, danke für dieses Interview! Stell dich doch kurz vor und erzähle was Familie für dich bedeutet!

Ich bin Maja, 37 Jahre alt und Mama zweier Jungs. Die Familie ist das wichtigste für mich. Auch wenn es für mich als Mama momentan, mit einem sehr Pubertierenden und einem bereits Vorpubertierenden heißt, eher etwas Abstand zu halten. Egal wie ich es drehe oder wende – Mamas sind für 14-jährige einfach der uncoolste Ansprechpartner, den es gibt. Auch wenn ich mir einbilde – und das hat meine Mutti wohl damals auch gemacht, noch sehr jung zu wirken und modern zu sein … wenn ich mich zurückerinnere, ging es mir mit 14 Jahren genauso. Von meiner Mutti wollte ich nix wissen, und mich schon gar nicht mit ihr über mein Liebesleben sprechen.

Was hat sich verändert seit du Mama bist?

Nicht, dass ich vorher unorganisiert gewesen wäre, aber die Verantwortung für zwei kleine Kinder zu tragen hat mich doch sehr diszipliniert und auch organisatorisch stark geprägt. Ich schaffte plötzlich viel mehr Dinge in viel weniger Zeit als vorher zu erledigen. Zwischen dem Feierabend im Büro, sprich mit dem Fahrrad zum Kindergarten Hetzen, um die Kinder rechtzeitig vor Kita-Schlus abzuholen, blieb ja kaum Zeit für Einkauf & Co. An eine Kaffeepause mit einer Freundin war kaum zu denken.

Was hast du vor der Schwangerschaft/Elternzeit gearbeitet und warum war dieser Job nicht mehr mit Kindern/Familie zu vereinbaren?

Für mich als Sicherheitsfanatiker bzw. Frau mit großem Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit war die Kombination vom festen Job mit regelmäßigem Gehalt und einer Selbständigkeit nebenbei immer perfekt. Gerade mit sehr kleinen Kindern bot mir der feste Job die Deckung meiner festen Kosten und die Selbständigkeit die Freiheit einiges ausprobieren zu können. Ich war also immer kreativ und habe viel genäht und teilweise online verkauft – musste davon aber nicht meine Miete zahlen. Damals war es auch noch gar nicht mein sehnlichster Wunsch, komplett selbständig zu sein. Ich war froh, bei Krankheit der Kinder, mein Gehalt weiterhin zu bekommen und nicht den Druck zu haben eventuelle Umsatzeinbuße durch Mehrarbeit ausgleichen zu müssen.

Wie kam es zu der Idee/dem Konzept zur Selbstständigkeit?

Das Nähen wurde stetig mehr, neue Produkte entstanden und der Onlineshop wurde bekannter und beliebter. Dann kam ein zweiter dazu und die Leute kauften mehr und mehr. Der Job im Büro machte mich dann im Vergleich zum Nähen immer weniger glücklich und ich dachte immer daran, was ich alles nähen würde, wenn ich eben nicht im Büro sitzen müsste. Obwohl ich schon einen guten Umsatz mit meinen Shops generieren konnte, war mein Sicherheitsbedürfnis immer noch sehr groß. So hat es dann noch zwei weitere Jahre und viele Gespräche mit meiner Familie, lieben Designerfreundinnen – die schon selbständig waren und ich von den Erfahrungen profitieren konnte, gedauert, bis ich mich entschied, meinen “Brotjob” zu kündigen und meinem Label „mien“ eine Vollzeitchance zu geben.

Was ist deine größte Stärke als Mutter und ist diese dir auch im Job/Selbstständigkeit von Nutzen?

Als Mutter habe ich gelernt, entspannt zu sein und einfach mal abzuwarten, und zu schauen, was passiert. Es ist egal, ob das Kind mit gestreifter Legging kombiniert mit kariertem Shirt in die Kita will, oder ob der Teenager bei 10 Grad ohne Jacke in die Schule geht… hauptsache sie fühlen sich wohl und können ihre eigenen Erfahrungen machen. Auch als Arbeitgeberin konnte ich durch das Abwarten bzw. das Zulassen des Ausprobierens von Vorschlägen der Mitarbeiterin sehen, wie tolle neue Ideen und Produkte entstehen, auf die ich allein nicht gekommen wäre.

Was gefällt dir Besonders an deinem Job? Und was an deiner Selbstständigkeit?

An meiner Selbständigkeit liebe ich, und das jeden Tag von neuem, dass ich allein Entscheidungen treffen kann. Ich kann machen was ich will, muss niemandem Rechenschaft ablegen und mich mit niemandem absprechen, kann mich spontan mit Freunden zum Kaffee treffen, im Sommer übers Tempelhofer Feld radeln, laufen gehen wann ich will… und natürlich mit den Kindern nach der Schule zusammen Mittag essen.

Wie sieht ein Tag in deiner Familie aus?
 Wie bekommst du alles unter einen Hut?

Gemeinsam als Familie regelmäßig Zeit zu verbringen ist mir sehr wichtig. Unsere gemeinsamen Mahlzeiten sind unter der Wochen so ziemlich die einzigen Zeiten, an denen wir uns alle sehen und reden, denn Teenager wollen ihre Freizeit natürlich nicht mit der Mama verbringen : ). D.h. morgens essen wir zusammen, die Kinder fahren in die Schule, der Mann ins Büro und ich gehe nach nebenan. Mein Atelier liegt innerhalb der Wohnung, somit entfällt ein Arbeitsweg. Mittags wird zusammen gegessen – meistens was Süßes wie Milchreis, Gries oder Pfannkuchen – das geht schnell und die Jungs lieben es. Danach heißt es für die Kinder Freunde treffen, abgehängen, daddeln, zum Break Dance gehen, zum Handballverein und irgendwo dazwischen natürlich auch noch Hausaufgaben machen. Für mich gehts wieder nach nebenan ins Atelier. Abends kochen wir dann alle gemeinsam – meistens das, was die Kinder sich ausgesucht haben. Abwechselnd suchen die Jungs ein Rezept aus, gehen die Zutaten einkaufen und dann wird gekocht. Das ist die Familienlieblingszeit, weil man so ganz nebenbei doch noch etwas aus dem Teenagerleben erfahren kann…

In welchen Bereichen holst du dir Hilfe/ Unterstützung?

Seit ca. 1,5 Jahren habe ich eine ganz tolle Schneiderin, die Auftragsarbeiten für mich erledigt. Wir sind ein tolles Team und ich bin sehr froh, dass ich sie habe. Gerade bin ich auf der Suche nach einer weiteren freien Mitarbeiterin.

Würdest du den Schritt in die Selbstständigkeit immer wieder wagen?

Mit einer guten Idee und der Unterstützung der Familie und Freunden würde ich mich sehr wohl wieder selbständig machen. Die Freiheit (wann und wo ich arbeite) als Selbständige Mutter schlägt einfach alle Sicherheiten eines festen Jobs mit festen Arbeitszeiten zzgl. Überstunden.

Was würdest Du anders machen?

Für mich war der Weg, die Selbständigkeit neben dem festen Job ganz allmählich also organisch wachsen zu lassen und damit vorab prüfen zu können, ob das was ich da mache erfolgreich werden kann, der richtige. Ich startete also nicht von null auf hundert, sondern konnte meinen Job kündigen nachdem ich schon gute Umsätze generierte und mein Label ausbauen. Ich bewundere aber den Mut und die Durchhaltekraft – gerade von Müttern mit kleinen Kindern, sich mit ihrer Idee selbständig zu machen, ohne ggf. zu wissen, ob es funktioniert oder nicht

Welchen Tipp hast du für Mütter die unglücklich mit ihrem Job sind und mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Wer unzufrieden ist mit seinem angestellten Job, sollte schauen, ob es etwas gibt, was mehr Spaß macht – und dann entscheiden, ob vielleicht der aktuelle Job zeitlich reduziert werden kann und sie die so freigewordene Zeit für ihr „Projekt“ verwenden kann. Vor allem sind aber viele Gespräche mit unterschiedlichen Leuten aus verschiedensten Bereichen wichtig, um vorab zu prüfen, wie die eigene Geschäftsidee ankommt, ob man sich ggf. sogar mit jemanden zusammen tun kann …

…ein letzter Satz von dir?

Einfach machen!!!

VERLOSUNG „MIEN“

Zusammen mit majamien verlosen wir heute eine coole Stofftasche in grau für euch.
Alles was Ihr hierfür tun müsst:
 
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+ Bis zum 26.02. 2016  um 18 Uhr, ein Kommentar hier oder auf dem Blog hinterlassen.
 
VIEL GLÜCK! <3

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4 Comments

  • Reply
    Kristin W.
    Februar 25, 2016 at 7:25 pm

    Einfach machen?!! Wenn das so einfach wäre. 😉
    Die Taschen sind klasse. Ich würde mich sehr über eine sooooo coole Stofftasche freuen. Liebe Grüße Kristin

  • Reply
    Mimi Wöhe
    Februar 25, 2016 at 7:55 pm

    Wow, ist schon mutig, einen vollkommen neuen Schritt zu wagen. Ich bewundere dies stets und würde mir so oft wünschen selbst so mutig zu sein.
    Ich wünsche MIEN weiterhin viele Erfolg und wundervolle Ideen.
    Würde mich sehr über diese schöne Tasche freuen und sie würde mich stets daran erinnern vielleicht manchmal doch etwas mutiger zu sein.

    Liebe Grüße von Mimi

  • Reply
    Astrid
    Februar 25, 2016 at 8:17 pm

    Tolle Tasche – würd mich riesig über freuen diese zu gewinnen!!

  • Reply
    Michaela
    Februar 25, 2016 at 9:15 pm

    Die Tasche sieht echt fantastisch aus! Die könnte mich bei meinen täglichen Runden mit unserer Kleinen stets begleiten…
    Dann würde ich weiter über meine Idee nachdenken, ob und wie es realisierbar ist… 🙂

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