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MiniundMami
GEDANKEN LIFE

Bitte, Danke und Grüß‘ Gott!

Wir alle möchten das unser Kind ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft wird. Ein Kind, dass sich an die für uns einfachsten Regeln der Höflichkeit hält. Ein Kind das nicht negativ auffällt weil es gerade vielleicht sehr fordernd deutlich macht, was es will. …“Du bekommst das nur, wenn du Bitte sagst!“, „Sag Danke zu Tante Sowieso!“, „Gib Onkel sowieso bitte die Hand und sag Grüß‘ Gott!“ „Also Hallo muss man schon sagen!“ oder  „….und wie heißt das Zauberwort?“

Mit solchen oder so ähnlichen Aussagen meinen wir, den schlechten Manieren unserer Kinder entgegen wirken zu können… Aber ist das wirklich so?

Höflichkeit und Respekt sind in unserer Familie sehr wichtig. Wir legen Wert auf einen achtsamen und respektvollen Umgang miteinander. Das klappt nicht immer, aber wir arbeiten täglich daran. Wir wollen unseren Kindern Werte vermitteln und Ihnen einen Rahmen geben. Ein Grundgerüst an dem sie sich orientieren können. In dem kleinen geschützten Rahmen, unserer Familie versuchen wir den Kindern täglich vorzuleben, wie ein liebevoller, wertschätzender und höflicher Umgang aussehen kann. Kinder beobachten uns Erwachsene, sie schauen zu und sie schauen da sehr genau hin. Viel genauer als wir das denken! Sie sehen nicht nur wie Papa und Mama miteinander umgehen, sondern sie sehen und deuten auch, wie wir mit Ihnen umgehen. Sie sehen wie Menschen in ihrem Umfeld miteianander umgehen: Großeltern, Geschwister, Onkel und Tanten, Erzieherinen im Kindergarten, als auch unbekannte Menschen die vielleicht gerade am Nachbartisch  im Cafe sitzen.

Kinder lernen durch Beobachtung und nicht in dem man Ihnen immer und immer wieder sagt, was sie zu sagen, zu tun und zu lassen haben. Was bringt es, unseren Kindern immer und immer wieder zu sagen, dass sie Hallo, Bitte, Danke, Tschüss, Entschuldigung oder ein weiteres Zauberwort sagen sollen wenn sie  den Hintergrund doch gar nicht verstehen?

Wenn ein Kind einfach nur etwas nachplappert und die vermeintlichen „Zauberwörter benutzt, weil wir es von ihm velangen und es auffordern – haben wir dann das Ziel erreicht und einen gesellschaftsfähigen kleinen Menschen herangezogen? Klopfen wir uns dann voller Stolz auf die Schulter und sagen: „Geschafft! Was habe ich nur für ein gut funktionierendes Kind?“ Ist es das was ich will – das mein Kind funktioniert? Nachplappert und sich fügt?

Das alles hat für mich immer den bitteren Beigeschmack einer DRESSUR!

Das Kind wird damit aufgefordert sich anzupassen und sich zuverstellen. Es wird gezwunden Dinge zu sagen, die es nicht will und übergeht dabei seine eigene Grenze. Möchte ich das als Mutter? Möchte ich wirklich das mein Kind nicht mehr auf sich, seine Bedürfnisse, seine Gefühle, sein Körpergefühl hört, sondern sich fügt um etwas zu bekommen? Aus einem Zwang heraus? („…nein, wenn du nicht Bitte sagst, bekommst du das nicht!“)

Wie soll ein Kind Wertschätzung, Achtung vor dem Anderen, Emphatie und Respektvollen Umgang lernen, wenn es doch die Erfahrung machen muss, dass seine Bedürfnisse nur unter Berücksichtigung bestimmter, aufgesagter oder gar auswendig gelernter“Floskeln“ ernst genommen werden?

„Aber es kann doch nicht so schwer sein, Bitte & Danke zu sagen?“

Für uns nicht, nein – aber kann ein Kleinkind verstehen, dass ein Erwachsener Mensch einen guten Umgang und gute Manieren, so sehr an einem Wort festmacht? Kann ein Kind die Bedeutung dieser Worte überhaupt verstehen?

Es ist viel einfacher und stressfreier für Eltern, sich eine begrenzte Zeit nicht so sehr an diesen Zauberwörtern festzuhalten. (Was nicht bedeuten soll, das man einem Kind nicht erklären kann, warum es schön wäre wenn es Bitte oder Danke sagen würde!) Aber uss es immer ein „Danke“ oder ein „Bitte“ sein? Reicht nicht manchmal eine stumme Geste aus? Ein Lächeln vielleicht? Ein kleines Funkeln in den Augen des Kindes, welches seine Freude ausdrückt? Eine Zeichen Was ausdrückt: „Ich freue mich und bin dir sehr dankbar auch wenn ich gerade keine Lust habe dir das zu sagen? Oder weil ich mich nicht traue, weil ich dich doch (kaum/ gar nicht) kenne?“

Wenn wir unseren Kindern zeigen wie schön das Miteinander ist, wenn in einer Familie alle wertschätzend und liebevoll miteinander umgehen, kopieren Kinder diese Verhaltensweißen ganz ohne Druck und Zwang, durch einfaches Vorleben.

Und dann bekommen wir ein echtes und authentisches ZAUBERWORT.

Ein Bitte – ganz ohne Zwang oder Druck.

Ein Danke ganz ohne Zwang oder Druck

Ein ernst gemeinte und ehrliche Entschuldigung.

Eine freundliches und aufrichtiges „Grüß Gott!“

……

Gebt den Kindern Liebe, mehr Liebe und noch mehr Liebe,

dann stellen sich die guten Manieren ganz von selbst ein“ 

Astrid Lindgren

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2 Comments

  • Reply
    Kerstin
    März 12, 2016 at 7:18 pm

    Das hast du echt ganz toll geschrieben. Und ich find das auch prima, das du dich damit auseinandersetzt. Mir gelingt es ganz oft nicht, zu tief steckt dieses „wie sagt man?“ drin. Ich möchte auch ehrliche und authentische Kinder, genau das versuchen wir auch vorzuleben, klar funktioniert nicht immer, das ist aber auch normal. Ich finde es immer wieder schwer, viele Sachen in der Erziehung bewusst zu machen. Ganz viele Verhaltensweisen kommen aus dem Unterbewusstsein und ich denk da gar nicht darüber nach, was ich da jetzt gerade sage. Dein post gibt mir echt wieder zu denken… Liebe Grüße und danke für den „anstupser“

  • Reply
    Silke
    März 29, 2016 at 1:55 pm

    Hallo,
    sehr schöner Beitrag. Dazu hab ich mal gelesen: Was nützt die ganze Erziehung – die Kinder machen ja doch nur das nach, was wir Ihnen vormachen.
    Viele Grüße Silke

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