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Mütter und Ihre Jobs: Caroline von gartenmessen.de

Gartenmessen.de – was könnte das wohl sein? Richtig! Ein Such- und Informationsportal rund um das Thema Gartenveranstaltung! Aber nicht nur das… Neben interessanten DIY-Videos und blumigen Deko-Trends, findet man auf Gartenmessen.de Ausflugstipps für die Landpartie am Wochenende, trendige Produktvorstellungen aus dem „grünen“ Bereich sowie spannende Blog-Beiträge von Gastbloggern. Das Internetportal, das aus einem Homeoffice in Hamburg betrieben wird, hat innerhalb kurzer Zeit ein enormes Wachstum und eine tolle Entwicklung verzeichnen können. Heute stelle ich Euch die Gründerin Caroline, die sich am Nachmittag im Übrigen um ihre 3 Töchter kümmert vor…

Hallo Caroline! Stell Dich doch mal vor!

Ich bin Caroline, 38 Jahre alt, glücklich verheiratet und Mami von Constantia (8), Philippa (6) und Augusta (4) – unsere #4 erwarten wir im April 2016! Früher im Investment-Banking in London tätig, wollte ich nach einer längeren Baby-Pause gerne wieder in Teilzeit „durchstarten“ – was als Angestellte allerdings nicht einfach schien. So entstand die Idee, sich selbständig zu machen und ein Business von zu Hause aus aufbauen könnte, wo ich ja nachmittags gerne Zeit mit meinen Kindern verbringen wollte… Da ich schon immer gerne auf Gartenfestivals und Landpartien gegangen bin (ich liebe die Kombination aus herrlichem Flair und Shopping!) – es dazu aber kaum gesammelte Informationen im Internet gab – kam 2014 die Idee auf das Info- und Suchportal Gartenmessen.de zu gründen.

Was bedeutet Familie für Dich?

Alles! Das meine ich ganz ehrlich – kein Job oder Arbeitgeber dankt Dir in nur annähernder Weise Deinen Einsatz und Dein Dasein, wie es die leuchtenden Augen meiner Kinder tun, wenn wir mal wieder etwas Besonderes erlebt haben, sei es Eis essen in unserer Lieblingseisdiele oder aber ein Zoo-Besuch bei Hagenbecks. Diese Erkenntnis zu gewinnen, hat lange gedauert (ich war früher sehr karriereorientiert…!), nun aber kommt es für mich nicht mehr in Frage, unsere Kinder wohlmöglich von 8-18h in fremde Hände zu geben, „nur“ um einen Job zu machen, der mir den ein oder anderen zusätzlichen Luxus ermöglichen würde.

Was hat sich verändert, seit Du Mama bist?

Meine ganze Persönlichkeit hat sich – mit der Geburt unserer ersten Tochter – um 180 Grad gedreht! Früher ziemlich karriereorientiert, würde ich heute um keinen Preis meine Karriere vor die Kinder stellen. Meine Prioritäten haben sich völlig zugunsten eines erfüllten Familienlebens und glücklichen Kinderaugen verschoben. So verbringe ich gerne viel Zeit mit den Mädls und versuche sie zu begleiten, wo ich nur kann. Wir unternehmen viel und ich bin da, wenn sie mich brauchen. Dennoch versuchen mein Mann und ich uns auch unsere Eigenständigkeit zu bewahren. So treffen wir oft Freunde, gehen in’s Kino oder die Oper und planen jedes Jahr eine gemeinsame Reise ohne Kinder, wo wir uns völlig auf uns konzentrieren und gleichzeitig unseren Interessen nachkommen können.

In welchem Beruf hast Du vor der Schwangerschaft/Elternzeit gearbeitet und warum war dieser Job nicht mehr mit Kindern/Familie zu vereinbaren?

Wie bereits erwähnt war ich im Banking tätig, zunächst als Vorstandsassistentin im Private Banking in Frankfurt, später im strategischen Vorstandsstab der Investment Bank einer Schweizer Großbank in London. Die dort üblichen Arbeitszeiten sind mit Kindern nur sehr schwierig zu vereinbaren – man muss auf vieles verzichten, insbesondere auf die Zeit mit den Kindern, wenn man weiter kommen will. Teilzeit-Jobs, die vergleichsweise anspruchsvoll und ebenso angesehen sind, gibt es nicht – insofern musste ich mich irgendwann entscheiden, was ich wollte. So habe ich mich aus dem Angestellten-Verhältnis verabschiedet und mich in die Selbständigkeit gewagt, wo ich selbst entscheiden kann, wann ich wie intensiv arbeite und in welchem Tempo sich das Business entwickelt. Diese gewonnene Flexibilität ist aus meiner Sicht „goldwert“!

Wie kam es zu der Idee, ein Internetportal zum Thema Gartenveranstaltung zu gründen?

Es gab es zu dem Thema „Gartenmessen – Gartenfestivals – Landpartien“ keinerlei übergreifende Information im Internet. Man musste die Events einfach kennen und gezielt dort hinfahren.  So baute ich mit Hilfe einer IT-Agentur zunächst eine Art Terminportal, das sich binnen kurzer Zeit zu einem Informations- und Suchportal weiterentwickelte, um den Usern direkt einen Mehrwert bieten zu können. Wir haben 4 Zielgruppen für unsere Seite identifiziert: zum einen die Veranstalter von Gartenmessen, dann natürlich die dort ausstellenden Verkäufer (die dies häufig als Haupteinnahmequelle sehen), die anreisenden Besucher und Fachpresse aus dem Bereich Garten, Land und Lifestyle. Diesen verschiedenen Gruppen bieten wir über unsere Plattform Gartenmessen.de einen gezielten Mehrwert und bauen die Funktionen dahingehend sukzessive weiter aus.

Hast du das Gefühl, daß Dein Job von Deinem Umfeld ernst genommen wird?

Hier muß ich differenzieren: Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass kaum jemand daran glaubte, daß das Lancieren des Gartenmessen.de-Portals mehr als ein Hobby sein könnte. In nunmehr knapp 2 Jahren konnten wir die Seite von Gartenmessen.de so weit ausbauen, dass wir eine Kooperation mit dem BURDA-Verlag aufsetzen konnten – unser erstes gemeinsames Printprojekt erscheint in Form eines kleinen Booklets „Die schönsten Gartenfestivals 2016“ auf Europas größtem Gartenmagazin ‚Mein schöner Garten“ am 10. März im Zeitschriftenhandel (Auflage: 400.000)! Außerdem sind wir dieses Jahr offizieller Partner der drei Landesgartenschauen in Eutin, Bayreuth und Öhringen und werden exklusiv von diesen Veranstaltungen berichten. Bei unserem Kooperationspartner, der Zeitschrift „Wohnen & Garten“, läuft regelmässig unsere monatliche Publikation „Gartenveranstaltung im Portrait“ – aktuell ist dies ein Bericht zur Gartenmesse „Stilblüte Schloss Lüntenbeck“  Fazit: Mittlerweile glaubt keiner mehr, dass es sich bei meinem Job um ein Hobby oder reinen Zeitvertreib handeln könnte! 😉

Was ist Deine größte Stärke als Mutter, und ist Dir diese auch in der Selbstständigkeit von Nutzen?

Prioritäten setzen, sowie Multi-Tasking konnte ich schon vor den Kindern ziemlich gut. 😉 Durch die Geburt unserer Töchter bin ich (zumindest jobtechnisch) wagemutiger geworden und habe eine andere Phantasie entwickelt bzw. sehe die Dinge vielleicht teilweise mit anderen Augen. So wie es uns die Kinder tagtäglich vorleben. Dies lässt mich an Dinge glauben, die von anderen zunächst belächelt werden, da sie sie – aus purem Realismus! – für nicht umsetzbar halten…

Was gefällt Dir besonders an der Selbstständigkeit?

Das lässt sich in 3 Punkten sagen: Sich seine Zeit und das angestrebte Pensum nach eigenen Prioritäten einteilen zu können, strategische Entscheidungen selbst treffen zu können und damit Selbstbestimmtheit – auch im Job – zu leben.

Wie sieht ein Tag in Eurer Familie aus?

Der ist ziemlich durchorganisiert, denn wir alle sind ziemlich aktiv und haben so unsere Hobbies. Also… Nach dem gemeinsamen Frühstück werden die beiden Großen von Franz zur Schule gebracht (die Kleine dann etwas später von unserem Aupair in den Kindergarten), während ich bereits gegen 8h im Homeoffice mit meinen beiden Mitarbeiterinnen anfange zu arbeiten. 2 Mal in der Woche hole ich die 3 Mädchen gegen 12.30h nach Hause und wir essen zusammen zu Hause. 3 Mal geht’s in die Nachmittagsbetreuung, d.h. Mittagessen in Schule / Kindergarten und Abholen gegen 14h, um dann die Kinder zu ihren Aktivitäten (Ballett, Tennis, Chor, Malkurs, Hockey, Klavierunterricht, etc.) zu begleiten, bzw. zu Verabredungen zu chauffieren (und zwischendurch Einkäufe oder sonstige Wege zu erledigen). Am Nachmittag habe ich Hilfe von unserem Aupair – denn ich kann leider nicht überall gleichzeitig sein und möchte so den unterschiedlichen Interessen der 3 gerecht werden. Gegen 18h gibt es bei uns dann ein klassisches Abendbrot, das übergeht in „Sandmännchen schauen“, Buch vorlesen und gegen 19.30h/20h in’s Bett gehen. Und dann wird tief durchgeatmet… 🙂

Wie organisierst Du Job und Familie? Wie bekommst Du alles unter einen Hut?

Unser Tagesablauf ist ziemlich durchstrukturiert. Mein Mann hilft, wo er kann – allerdings ist er stark in seinem Job eingebunden und auch oft auf Reisen. So haben wir uns dazu entschieden, ein Aupair in unsere Familie aufzunehmen, das mich unterstützt und somit gleichzeitig Freiräume schafft. Das klappt mit dem einen Aupair besser oder schlechter – toll ist, dass wir immer ein bisschen „internationales“ Flair in unserer Familie haben, das uns an unsere Zeit in London erinnert… Und die Kinder „nebenbei“ Englisch lernen!

In welchen Bereichen holst Du dir Hilfe/ Unterstützung?

Vor allem bei dem Erledigen von gleichzeitigen Wegen teilen sich unser Aupair und ich auf – der ein bringt die Große zum Ballett, der andere geht mit den Kleinen auf den Spielplatz… Ab und zu sind wir auch alle zusammen unterwegs, oder ich bleibe mit den Kindern zu Hause und spiele was, während das Aupair kleine Einkäufe erledigt. Außerdem gebe ich gerne auch Haushaltstätigkeiten ab…

Würdest Du den Schritt in die Selbstständigkeit immer wieder wagen?

Ja, unbedingt!!! In der Tat überlege ich derzeit, ob ich nicht mit einer Freundin noch ein kleines anderes Business von zu Hause aus starten soll…

Welchen Tipp hast Du für Mütter, die unglücklich mit ihrem Job sind und/oder mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Ausprobieren – wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Ich kann gut verstehen, dass es Überwindung kostet, insbesondere wenn man zunächst finanziell ein Risiko eingehen muss. Aber vielleicht findet sich ja – so wie bei mir – (familiäre) Unterstützung, die den Start ermöglicht…

Was wolltest Du Firmen/Unternehmen schon immer einmal sagen?

Fangt an, top ausgebildete, motivierte Mütter, die sich dazu entscheiden, ihre Kraft und Zeit zu einem gewissen Teil in ihre Kinder (die nächste Generation!) zu investieren, wahr zu nehmen und ihnen ernst gemeinte Karrieremöglichkeiten anzubieten. Denn ich wage zu behaupten, dass diese in einem Bruchteil der Zeit deutlich effizientere und effektivere Lösungen schaffen können, als so mancher Vollzeit-Beschäftigte. Ich sehe in meinem Umfeld so viel „brachliegendes Potential“ in Form von Müttern, die eben eine solche Chance nicht bekommen, sie aber zu gerne hätten… Leider scheint unsere Gesellschaft noch nicht so weit zu sein, flexiblere Lösungen in die Unternehmensstrukturen zu integrieren und dadurch den sich ergebenden Mehrwert / Wettbewerbsvorteil, den diese motivierten Frauen generieren würden, zu nutzen. (NB: Ich meine damit keine 80% Teilzeitstellen…!)

…ein letzter Satz von dir?

Lebe Deinen ganz eigenen Traum…

Bild_Gartenfestival Guide 2016 (002)

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