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Mütter und Ihre Jobs: Anne von Echtpost

Heute reiht sich Anne von Echtpost in unsere Mompreneur-Runde ein – mit ihrer wundervollen Idee echte Karten via Post zu verschicken. Wir kennen das ja alle, man schreibt Whatsapp-Nachrichten, Emails, SMS – aber mal ehrlich, wer verschickt wirklich noch regelmäßig Karten per Post? Und gleichzeitig, wie sehr freut sich jeder von uns wenn er dann doch mal ECHTE und schöne Post unter Rechnungen & Werbung im Briefkasten findet. Ich jedenfalls mache jedesmal fast einen Luftsprung! Bei Anne habt ihr eine große Auswahl individueller und einzigartiger  Postkarten verschiedenster Designer. Eurer ausgesuchten Karten könnt ihr dann auch gleich einen Text hinzufügen und Anne versendet die Postkarte dann für euch. Ihr müsst also weder Briefmarken kaufen, noch den nächsten Briefkasten suchen. Klingt easy und fast zu schön um wahr zu sein, oder? Probiert es doch mal aus!  Wenn ihr also dieses Interview zu Ende gelesen habt – übelegt ihr euch vielleicht gleich jemanden, dem ihr mal mit ein paar echten, persönlichen Worten eine Freude bereiten wollt!? Aber jetzt erzählt uns Anne erstmal ein bisschen von sich, ihrem Business und ihrer Familie. Viel Spaß dabei!

Hallo Anne! Danke für dieses Interview! Du bist 35 Jahre alt und Mutter von 2 Kindern. Erzähl doch noch etwas von dir!

Genau, Ich bin 35 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Mein Sohn ist vier und meine Tochter wird im Mai 1 Jahr alt. Ich komme aus Köln und bin nach meinem Studium in Mainz wieder zurück in die Heimat gezogen. 2013 habe ich während meiner Elternzeit EchtPost gegründet, eine Online-Plattform, über die man echte Postkarten per Post verschicken kann.

Was bedeutet Mutterschaft/Familie für dich?

Meine Familie macht mich so glücklich wie sonst nichts. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich diese ganz besondere Liebe erleben und erfahren darf, die man wohl nur seinen Kindern gegenüber empfindet.

Was hat sich verändert seit du Mama bist?

Vor allem hat sich natürlich der Alltag verändert, seit ich Kinder habe. Aber ich glaube, dass auch ich mich verändert habe. Da ich noch während der Elternzeit mein Unternehmen gegründet habe, kann ich allerdings nur schwer sagen, welche Veränderungen durch meine Rolle als Mutter und welche durch meine Rolle als Unternehmerin  zustande gekommen sind. In jedem Fall  bin ich glücklicher, und fühle mich irgendwie angekommen.

(Wo )und Was hast du vor der Schwangerschaft/Elternzeit gearbeitet und warum war dieser Job nicht mehr mit Kindern/Familie zu vereinbaren?

Ich war vor meiner Schwangerschaft als PR-Referentin in einem großen Technologie-Unternehmen tätig und grundsätzlich glaube ich, dass dieser Job auch mit Kindern machbar gewesen wäre, allerdings nur in Teilzeit. Als Unternehmerin bin ich natürlich sehr viel flexibler, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht. Wenn die Kinder krank sind oder im Kindergarten eine Tanzaufführung ist, die ich auf keinen Fall verpassen will, lässt sich das viel einfacher regeln, wenn ich keine festen Arbeitszeiten habe. Trotzdem war das nicht der Grund dafür, dass ich mich selbständig gemacht habe. Vielmehr wollte ich die Elternzeit nutzen, um zu überlegen, was mich beruflich erfüllen würde, denn das war in meinem alten Job nicht der Fall. Ein eigenes Unternehmen zu gründen, hatte ich eigentlich gar nicht im Sinn.

Wie kam es zu der Idee/dem Konzept zur Selbstständigkeit?

Ich arbeite gern kreativ und habe hin und wieder Postkartenmotive gestaltet. Außerdem habe ich eine Lösung für mein eigenes Dilemma gesucht: Obwohl ich unheimlich gern Postkarten schreibe, habe ich es viel zu selten gemacht, weil es mir zu umständlich war, ich keine Briefmarke zur Hand hatte oder die fertige Postkarte in meiner Handtasche in Vergessenheit geraten ist. So ist nach und nach die Idee zu EchtPost entstanden. Eher zum Spaß habe ich dann einen Businessplan geschrieben, weil ich während der Elternzeit die Zeit und Muße dazu hatte. Erst als der Businessplan fertig war, habe ich beschlossen, ihn auch in die Tat umzusetzen und die Unternehmensgründung zu wagen.

Was ist deine größte Stärke als Mutter und ist diese dir auch im Job/Selbstständigkeit von Nutzen?

Puh, das ist eine schwierige Frage, ich weiß nicht, ob ich mich da auf eine Stärke festlegen kann. Ich glaube ich bin ziemlich konsequent, gleichzeitig aber auch sehr reflektiert in meiner Rolle als Mutter. Einerseits stelle ich also klare Regeln auf und achte darauf, dass diese eingehalten werden, so dass meine Kinder wissen, woran sie sind. Andererseits reflektiere ich mein Verhalten als Mutter immer wieder, denke viel darüber nach, wie ich es besser machen könnte. Ich glaube diese Eigenschaften sind auch als Unternehmerin sehr wichtig: Auf der einen Seite braucht man Durchhaltevermögen und muss sein Ding durchziehen, gleichzeitig ist es wichtig, hin und wieder einen Schritt zurück zu treten, die Dinge von außen zu betrachten und möglicherweise anzupassen.

Was gefällt dir Besonders an deinem Job? Und was an deiner Selbstständigkeit?

Ich liebe die Abwechslung, denn meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Ich liebe es, ständig Neues dazu zu lernen, Dinge auszuprobieren, mich selbst auszuprobieren, mir neue Ziele zu stecken und diese dann auch umzusetzen. An der Selbständigkeit gefällt mir besonders, dass ich selbst entscheiden kann, dass ich nicht aus „politischen“ Gründen Dinge umsetzen muss, die ich eigentlich für nicht sinnvoll halte. Und natürlich gefällt mir an meinem Job auch, dass ich ein so positives Produkt habe, dass ich Menschen eine Freude bereite, indem sie EchtPost nutzen.

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Wie sieht ein Tag in deiner Familie aus?

Wir stehen morgens alle gegen sieben Uhr auf, machen uns fertig und frühstücken gemeinsam. Mein Mann bringt dann meinen Sohn in die Kita und fährt zur Arbeit. Ich verbringe den Tag mit meiner Tochter in der Regel zu Hause, sobald sie schläft, stürze ich an den Computer und versuche die wichtigsten To Dos abzuarbeiten. Ansonsten wird gespielt und ich versuche das größte Chaos im Haushalt zu beseitigen, während sich die Kleine unaufhörlich an meinen Beinen hoch zieht. Gegen drei Uhr machen wir uns auf den Weg in die Kita und holen meinen Sohn ab. Die Nachmittage sind dann ganz unterschiedlich, Spielplatz, gemeinsame Verabredungen  oder zu Hause spielen. Gegen sechs ist mein Mann zu Hause, dann wird noch vorgelesen und zu Abend gegessen. Wenn die Kinder spätestens um acht im Bett sind, setze ich mich zurzeit oft noch an den Computer, um meine To Do-Liste einigermaßen abzuarbeiten. Sobald meine Tochter in die Kita kommt, werde ich versuchen, an den Abenden wieder weniger zu arbeiten, da ich dann ja verlässliche Arbeitszeiten am Vormittag haben werde.

Wie organisierst du deinen Job/Kinder/Haushalt/Mann – und wie bekommst du alles unter einen Hut?

Es gibt Tage, an denen bekomme ich Job, Kinder, Haushalt und Mann ganz wunderbar unter einen Hut und bin sehr zufrieden mit allem. Und dann gibt es die Tage, an denen ich das Gefühl habe, dass kein einziger dieser Bereiche ausreichend Aufmerksamkeit bekommen hat.

Ich finde keine Gelegenheit die Wäsche aus dem Keller zu holen, meine Tochter ist schon nach einer halben Stunde Mittagsschlaf wieder wach und ich kann mich nicht richtig auf die Arbeit konzentrieren. Nachmittags hat mein Sohn einen Trotzanfall und abends bekomme ich vor lauter Müdigkeit so wenig am Computer geschafft, dass ich unzufrieden bin und bereue, dass ich nicht mit meinem Mann einen Film geguckt habe. Insgesamt bin ich mit der Organisation unserer Familie aber sehr zufrieden. Mein Mann und ich teilen uns den Haushalt, ich mache die Wäsche, er kocht und kauft ein. Auch bei den Kindern versuchen wir uns aufzuteilen, er bringt sie morgens in die Kita, ich hole ab. Die Nachmittage kümmere ich mich bisher allein um die Kinder, in Zukunft will auch mein Mann ein oder zwei Nachmittage übernehmen. Mein Wunsch ist es, dass wir irgendwann beide zu 75% arbeiten und die Nachmittage abwechselnd oder auch mal gemeinsam mit den Kindern verbringen können.

In welchen Bereichen holst du dir Hilfe/ Unterstützung?

Die Kita ist eine tolle Unterstützung. Mein Sohn fühlt sich dort sehr wohl, ich weiß ihn gut versorgt und die Abholzeiten sind flexibel. Ansonsten haben wir keine regelmäßige Unterstützung in Form von Haushaltshilfe oder Babysitter. Aber ich weiß, dass ich auf meine Eltern, Schwestern und gute Freunde zurückgreifen kann, wenn wir Unterstützung brauchen, das ist sehr wichtig zu wissen.

Würdest du den Schritt in die Selbstständigkeit immer wieder wagen?

Auf jeden Fall! Ich möchte diese Erfahrung auf keinen Fall missen und war in meinem gesamten Berufleben noch nie so zufrieden wie in meiner Rolle als Unternehmerin.

Würdest du etwas anders machen? Wenn ja, was genau?

Die Vorstellung, mein Unternehmen jetzt noch einmal zu gründen, ist sehr verlockend, denn ich habe in den letzten beiden Jahren sehr viel gelernt und würde dieses Wissen natürlich berücksichtigen. Ganz grundsätzlich würde ich aber nichts anders machen, eher in der konkreten Umsetzung: zum Beispiel die ein oder andere Entscheidung schneller treffen, klarere Prioritäten setzen, von Anfang an ein Netzwerk aufbauen.

Welchen Tipp hast du für Mütter die unzufrieden/unglücklich mit ihrem Job sind und/oder mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen?

Keiner kann vorher wissen, ob die Selbständigkeit das richtige für ihn ist, daher würde ich allen Müttern raten, vorab einen Businessplan zu schreiben, insbesondere dann, wenn die Gründung mit einer Kapitalinvestition einhergeht. Beim Schreiben eines Businessplans ist man gezwungen, sich mit allen Aspekten der Unternehmensgründung zu befassen, auch mit denen, die einem vielleicht nicht so liegen. Außerdem würde ich allen raten, von Anfang an ein Netzwerk aufzubauen und die Idee nicht im stillen Kämmerlein zu entwickeln, sondern mit möglichst vielen Menschen darüber zu sprechen.

…ein letzter Satz von dir?

Wir haben alle nur dieses eine Leben, daher nutzt es, tut das, wofür ihr brennt, wovon ihr träumt!

 

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