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MiniundMami
Wir tragen

Ein Baby möchte getragen werden …

Babys  werden geboren und sind völlig  unselbstständig und hilflos. Nicht einmal die embryonale Entwicklung ist bei der Geburt völlig abgeschlossen – dazu wäre eine Schwangerschaftsdauer von 21 Monaten nötig! Alles was das Baby zum Überleben benötigt entwickelt sich erst in den nächsten Jahren. Die Seh- und Hörfunktion und auch viele andere Bereiche des Hirns sind noch sehr beeinträchtigt. Der Grund: dem Baby beim Verlassen seines bisherigen Schutzortes (Mamas Bauch) einen sanfteren Start ins Leben zu geben. Quasi ein Schutz vor zu vielen Reizen, um Ihnen so ein langsames Herantasten an diese noch so fremde Umwelt zu ermöglichen.

Schon aus biologischer Sicht ist der Mensch ein Tragling. Ein Baby zeigt einen starken Anklammerungs und Greifreflex  in den ersten drei Monaten. Die Hände sind fest zu Fäusten geballt und öffnen sich erst mit zunehmendem Alter. Ein Reflex der übrig geblieben ist aus Zeiten, als wir noch ein Fell hatten und Babys sich daran festhalten mussten. Säuglinge sind also körperlich darauf ausgerichtet die ersten Lebensmonate am Körper der Mutter oder anderen Bezugspersonen zu verbringen und sich erst allmählich, mit zunehmender Sicherheit, aber auch mit zunehmender Muskelkraft, selbst zu lösen.

Babys die abgelegt werden schreien – das hängt mit seinen Urinstinkten zusammen. Liegen gelassen werden heißt seiner Umwelt schutzlos ausgeliefert zu sein und bedeutet somit Gefahr! Und dagegen wehrt es sich und schlägt Alarm!  „Stopp  – ich will getragen werden, denn nur bei so bin ich sicher!“ Viele Eltern handeln dann instinktiv und nehmen das Kind wieder auf und zu sich. Tragen, wiegen und streicheln es. Das Kind beruhigt sich. Es funktioniert. Trotzdem ist das ständige Tragen anstrengend, der Haushalt bleibt liegen und vielleicht ist da sogar noch ein Geschwisterkind das Zuwendung braucht und einfordert.  Ein Tragetuch bzw. eine Tragehilfe ist hier eine tolle Hilfe, das Kind ist eingebunden ins Tragetuch, die Hände sind wieder frei und somit fühlt sich Elternschaft / Mutterschaft nur noch halb so anstrengend an, denn alle Bedürfnisse sind befriedigt.

Viele Eltern haben Sorge sie könnten ihr Kind damit verwöhnen und es nicht zur Selbstständigkeit erziehen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Auch das Gerücht der Überreizung hält sich hartnäckig, obwohl die Gefahr diesbezüglich nur besteht wenn das Kind nach vorne, also vom Träger weg, getragen wird. Wird das Baby zur Bezugsperson gerichtet getragen, schützt sich das Kind selbstständig vor zu vielen Reizen, indem es sich zurückzieht, sich an Mamas oder Papas Brust schmiegt und dann evtl. die Augen schließt.

Ein Kind im Tragetuch oder einer Tragehilfe ist eingebunden in einen sicheren Raum. Ein kleiner Raum, zunächst die meiste Zeit schlafend, aber im Laufe der Zeit auch zunehmend wach. Umso älter es wird, desto mehr interessiert es sich für seine Umwelt und wird über den „Tuchrand“ hinausblicken. Es wird mit anderen Menschen in Kontakt treten wollen und wird zunehmend sicherer werden. Nach und Nach wird sich das Baby aus dem Tuch lösen und weniger Zeit tragend verbringen. Es wird sich selbst fortbewegen wollen – in seinem eigenem Tempo.

Doch zunächst braucht es Schutz und Sicherheit. Für ein Baby bedeutet das: Bewegter Körperkontakt.

Es ist somit also das natürlichste der Welt unsere Kinder zu tragen.

 

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