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MiniundMami
LIFE

Mein Mann rettet unseren Haushalt (nicht!)

Ich werde verrückt, ich werde verrückt mit ihm! Während ich die Kinder ins Bett bringe, höre ich es ein Stockwerk tiefer klabbern und rumpeln. Nein, denke ich, er räumt wieder Spülmaschine aus. Am liebsten würde ich ja sofort runter und ihm das Wischtuch aus der Hand reissen, aber ich kann ja nicht, sonst würde ich die Jungs wieder aufwecken. (Ob er das ausnutzt?) Gibt’s ja nicht, ich hab ihm doch schon so oft gesagt, dass er das bitte bleiben lassen soll!

Die ist verrückt, denkt ihr jetzt! Die sollte sich glücklich schätzen! So einen Mann zu haben – was für ein Traum! Und bevor ich jetzt weitermache, möchte ich hiermit hochoffiziell erwähnen, dass ich wirklich sehr froh bin dieses wunderbare Exemplar von Mann gefunden zu haben. Er ist der absolute Ernährer, würde so ziemlich alles für uns tun und er hat sich von Anfang an, für die Kinder zuständig gefühlt, Macho-Sprüche getreu dem Motto: „Für Windelwechseln bist du zuständig“ habe ich noch nie von ihm gehört. Einen großen Blumenstrauß bekomme ich einmal im Jahr zum Hochzeitstag (an den er übrigends immer denkt!) und ansonsten sagt er spendabel, ich solle mir doch wieder mal ein paar Blümchen für den Esstisch mitbringen. (perfekt, denn so kann ich sie mir wenigstens selbst aussuchen!). Er geht mit mir shoppen, ist ein toller Berater, lädt mich auch heute (nach 8 Jahren Beziehung und fast 5 Jahren Ehe) gerne zum Essen ein. Nur zum Sporteln bekomme ich ihn nicht, aber das macht nix, ich steh‘ ja sowieso nicht auf Schmalzlocken-Typen mit Sixpack. (Nein, wirklich nicht!)

Trotzdem haben wir ein klitzekleines Problem, dass immer dann entsteht, wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kommt und ein kleines Chaos vorfindet. Gummistiefel auf der Treppe, Spielplatz-Sand im Hausflur, Tellerstapel in der Spüle, Spülmaschine voll, unter dem Esstisch die Speisekarte des Tages ersichtlich, im Bad stapelt sich die Wäsche, der Mini hat die Klopapierrolle abgerollt und der große Sohn macht damit seine Baustellenabsperrungen…. (ich könnte ewig so weitermachen!)

Der Mann kommt rein, atmet tief durch, macht kurz die Augen zu, um uns dann liebevoll zu begrüßen. Nach dem Essen mutiert er dann zum Küchenhelden und er ist nicht mehr ansprechbar! Ich kann ihm 1000x sagen, er solle sich doch bitte einfach ins Wohnzimmer zurückziehen, wenn die Kinder im Bett sind räume ich auf. Die Nummer zieht nicht, kaum mache ich die Küchentür hinter mir zu, beginnt er mit seiner Schicht. Das ist dann der Moment, in dem ich ganz tief einatme, die Augen kurz schließe und versuche zu Lächeln. Das gelingt mir dummerweiße nicht immer, weil es einfach nervt! Der große Sohn flüstert mir zu: „jetzt macht er wieder Chaos!“ – und ich frage mich warum es ein 4-Jähriger durchschaut und ein Mann über 30 nicht?

Während der gesamten Zeit, in der ich die Kinder ins Bett bringe, klappert und rumpelt es also in der Küche, und ich frage mich ernsthaft was er da tut? Hört sich nämlich eher nach Polterabend an!

45 Minuten später mache ich vorsichtig die Küchentür auf, in der Hoffnung, dass er mich nicht gleich „versehentlich“ mit dem Desinfektionsspray ansprüht! Da steht er, mein Exemplar von Mann, bewaffnet mit Küchentuch auf den Schultern, Küchenreiniger in der einen, und dem Auffangsieb der Spüle in der anderen Hand. Wie er da steht und allerlei Fundsachen aus dem Abfluss zieht (gestern war sogar der Knopf meiner Bluse dabei!). Das Gesicht müsstet ihr sehen, so stolz steht er da, ein Lächeln von einem bis zum anderen Ohr und dann diese Freude in seinen Augen, wenn er die Spül-Armatur wieder blitzeblank funkeln sieht.

Kurz freue ich mich über meine aufgeräumte Küche und natürlich lobe ihn ich auch. Mein Exemplar von Mann, freut sich da ganz besonders darüber und zieht dann voller Stolz ins Wohnzimmer davon, wo er wohlverdient die Beine hochlegt und heute, als Belohnung für seine Tat, das Fernsehprogramm auswählen darf.  Ich hab dann auch nur noch 30 Minuten Arbeit vor mir, in denen ich die Töpfe und Pfannen in die richtige Schublade räume, das Zubehör meiner Kitchen-Aid einsortiere und die Aufwasch-Überschwemmung beseitige. Wenn mein Mann dann auch noch voller Stolz verkündet, dass er schon den Trockner ausgeräumt und die Wäsche sogar schon in die Schränke eingeräumt hat, versuche ich eigentlich nur noch die meditativen Atemübungen aus dem Geburtsvorbereitungskurs anzuwenden. Warum? Ja, weil ich jetzt mal wieder für die nächsten Tage Klamotten suche! Aber was solls, irgendwann werde meine Höschen wieder zwischen den Jogginghosen der Jungs auftauchen. Und der große Sohn wird entsetzt schreien, dass er sowas doch nicht und neeeeemals anzieht! Und sicherlich werden auch sämtliche Socken irgendwann wieder in den richtigen Schränken liegen.

Ich möchte die Hoffnung ungern aufgeben, genauso wie ich hoffe, dass mein Mann irgendwann versteht, dass er sich aus dem Haushaltsthema einfach raushalten soll, weil er 1. nur noch mehr arbeit macht, weil ich 2. viel schneller bin als er und 3. ich den Anblick von dem fertigen Mann, der nach seiner freiweiligen Arbeit von 30 Minuten, auf der Couch liegt und scheinbar völlig fertig ist, einfach nicht mehr sehen kann!

Ja ihr Lieben, gleichberechtigte Partnerschaft hat ihre Grenzen, dass hat auch die liebe Nina, vor einiger Zeit auf ihrem Blog „Frau Mutter“ beschrieben, denn ihr Mann will „Einrichtung-Oberbestimmer“ sein…Geht ja gar nicht – was meint ihr?

Welches Exemplar von Mann habt ihr zuhause?

Und jetzt mal ehrlich, seid ihr auch genervt von Männern die meinen sie könnten einen ganzen Haushalt retten, wenn sie mal 30min durch die Wohnung wuseln (und  damit nur noch mehr Chaos anrichten?) Oder gehört euer Mann eher zum Exemplar „Mir-doch-alles-scheißegal-ich-trete-die-Krümel-unter-dem-Tisch-noch-breit-und-trage-sie-durch-die-ganze-Wohnung-bevor-ich-auch-nur-einen-Finger-krum-machen-muss“? Ha- und jetzt die Frage aller Fragen, was ist schlimmer?

Ach was freue ich mich auf eure Antworten!

Liebe Grüße,

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3 Comments

  • Reply
    Lily
    März 30, 2017 at 7:38 pm

    Liebe Lena,
    mein Göttergatte ist ähnlich wie deiner, allerdings ist er sogar noch schneller und während ich abends wohlverdient die Füße hochlege, weil der Mops so unglaublich anstrengend war und mir das Chaos drumherum herzlich egal ist, überkommt mich doch das schlechte Gewissen, wenn Mr.Blitzeblank nach der Arbeit noch alle Register zieht.
    Die Retourkutschen kommen aber immer und so gibt es genug Tage, an denen er vom Abendessen aufsteht, eine rauchen geht und der Mops fröhlich Papas Porzellanteller scheppert.
    Lieben Gruß
    Lily

  • Reply
    Andrea Wied
    März 30, 2017 at 7:50 pm

    Meiner ist der „Ich-sehe-die-Arbeit-nicht-Typ“ der einfach nicht sieht, wenn irgendwo totales Chaos herrscht oder seit Wochen das Altpapier überquillt. Es muss mehrfach an Aufgaben erinnert werden und vergisst dann doch die Hälfte. Sehr anstrengend – oft macht man am Ende dann doch selbst den Kram. Aber: Ich liebe ihn trotzdem und er meint es nicht böse. Und manchmal, da überrascht er mich dann und ist „mein übelst mitdenkende Ehemann“ wie ich ihn dann lobe 🙂

  • Reply
    Kathrin
    März 30, 2017 at 8:02 pm

    Mein Mann ist eine echte Hilfe, aber es ist manchmal nicht leicht alles gut genug für ihn zu machen. Das Geschirr muss zum Beispiel seiner Meinung nach ordentlich vorgespült werden, bevor es in die spülmaschine kommt – so sauber, dass es andere Leute direkt wieder abtrocknen und in den Schrank räumen würden… Dafür macht er aber auch was er kann. Bringt den Müll raus, kauft mal ein, saugt mal Staub, wischt, räumt die Küche auf inklusive Geschirr spülen, legt Wäsche zusammen… Das einzige, was er nicht macht ist Klo putzen, aber das mache ich dann eben, das macht mir nichts aus. Den Löwenanteil mache eh ich, weil ich (mehr) zu Hause bin, aber er packt toll an.
    Hast du schon mal drüber nachgedacht ihm mal zu erklären wie du was wegräumen und warum? Wir haben uns zu Anfang auf alle Orte geeinigt, wo die Sachen stehen sollen. So wissen wir beide wo wir suchen müssen und auch wo wir hinräumen müssen. Das ist im Alltag wirklich praktisch

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