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MiniundMami
GEDANKEN

Kindliche Wut zulassen – ein Zeichen der Liebe

Auch wenn ich gleich mit der Tür ins Haus falle, Kinder haben ein Recht darauf wütend sein zu dürfen. Wütende Kinder sind anstrengend – sehr anstrengend. Und dabei die Nerven zu behalten, noch viel anstrengender. Die Situationen lösen die puren Stresshormone in uns aus, alle Gefühlen gehen mit uns durch. Wenn uns das eigene Kind anschreit, vor uns tobt, vielleicht sogar tritt, haut, wie wild mit den Händen fuchtelt. Ja, seinen Körper nicht mehr im Griff hat. Wenn es schimpft, und schreit, wenn es Wörter benutzt, von denen wir getroffen sind. Das alles macht etwas in uns, wir sind ein Stück weit überfordert, haben das Gefühl einschreiten zu müssen. Wollen das Kind festhalten, ihm immer und immer wieder sagen, dass es aufhören soll zu schreien, zu hauen, zu schimpfen. Wir fühlen uns in der Pflicht etwas zu tun. Die Situation zulassen fällt uns schwer.

Wir wollen ein glückliches Kind, ein Kind das lacht, sich freut und lustig ist. Negative Gefühle, bei unseren Kindern zulassen, das fällt uns oft sehr schwer. Kinder sollen nicht wütend sein, sie sollen diesem Gefühl keinen Raum geben. Dabei braucht die Wut, so wie jedes andere Gefühl auch, so dringend seinen Platz. Unterdrückt nimmt es irgendwann immer mehr Raum ein, und verdrängt all die leichten und schönen Gefühle immer mehr. Wut gehört dazu, sie ist genauso Teil unseres Lebens und unseres Alltags, wie bei unseren Kindern. Warum also, verbieten wir unseren Kindern so oft wütend zu sein?

Wahrscheinlich, geht es euch wie mir. Weil wir nicht wissen, wie wir mit der Wut unseres Kindes umgehen sollen. Reden? Ignorieren? In den Arm nehmen? Streicheln? Festhalten? Singen? Ablenken? Spiegeln? Grenzen aufzeigen? Frische Luft? Unzählige Möglichkeiten, die Trickkiste ist lang. Und wieder, kann ich nur sagen: Jedes Kind hat sein eigenes Temperament. Jedes Kind hat seine eigenen Charakterzüge, seine eigene Gefühlspalette.  Jedes Kind sollte in solch‘ einer Situation der Wut, der Trauer, des großen Ärgers, anders behandelt und begleitet werden. Begleitung- und das kann immer wieder anders aussehen. Wichtig nur, dass man das Kind beobachtet, in seinem Ärger nicht alleine lässt, das Gefühl vermittelt, einfach da zu sein. Während ich am Anfang oft, wie wild auf meine Kinder eingeredet habe, nur aus meinem eigenem Impuls heraus, doch irgendwas tun zu müssen, bin ich mitterweile oftmals einfach „nur“ noch da.

Ich setze mich zu dir.

Versuche leise und ruhig mit dir zu sprechen, versuche dir Verständnis entgegen zu bringen. Manchmal berühre ich dich, versuche es zumindest. Das klappt mal mehr, mal weniger gut, denn du nimmst es nicht immer gleich gut an.  An manchen Tagen, dann wenn die Welt ganz besonders gemein zu dir ist, dich zu sehr einschränkt, wir keinen gemeinsamen Kompromiss finden, es zu viele Regeln gibt, deine Freiheiten zu klein sind. Dann wenn ich zu viel von dir möchte und erwarte, wenn ich selbst einen schlechten Tag habe, wenn ich überreizt, müde und kraftlos bin. Dann gibt es diese Tage, an denen ich einfach nur da sitze und dir in deinem Ausbruch von Wut und Enttäuschung einfach nur zu sehe. Darauf warte, dass du völlig erschöpft in meine Arme sinkst. Ich durch deine verschwitzten Haare streife, und dir 101 mal sage, wie sehr ich dich liebe.

Das es in Ordnung ist, wütend zu sein. Das jedes deiner Gefühle willkommen ist.

Und in der nächsten Situation, in denen wir uns über die Wut unserer Kinder aufregen, die uns ärgert und selbst wütend macht (!) In der wir nicht sofort einen Weg finden, wie wir den Ärger von ihnen abschütteln können.

Lasst uns aber zu jeder Zeit daran errinnern:

Die Wut des eigenen Kindes zulassen und begleiten, ja, auch das ist Liebe.

 

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