Gedanken – Mini & Mami | family.travel.life.style https://miniundmami.net Sun, 15 Jan 2017 10:39:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.1 https://miniundmami.net/wp-content/uploads/2019/01/cropped-Mini-Mami10-32x32.png Gedanken – Mini & Mami | family.travel.life.style https://miniundmami.net 32 32 Welch‘ ein Glück: Vom Reisen als Familie https://miniundmami.net/2016/01/14/welch-ein-glueck-vom-reisen-als-familie/ https://miniundmami.net/2016/01/14/welch-ein-glueck-vom-reisen-als-familie/#respond Thu, 14 Jan 2016 10:17:57 +0000 http://aufkinderfuessen.miniundmami.net/?p=412 Ich liebe es zu Reisen und zwar schon seit ich denken kann. Mit meinen Eltern und Geschwistern bin ich viel gereist. Aber nicht nur viel, sondern vorallem auch vielseitig. Wir waren in Hotels, in Ferienwohnungen, in Ferienhäusern, auf dem Campingplatz – und das alles an wunderschönen Plätzen, immer abseits der Touristenzentren. Niemanden hat es an etwas gefehlt, niemand etwas vermisst.

Nicht als wir klatschnass vom Regen und überall voller Matsch, über eine Kuhweide im Allgäu rannten und meine Mama anschließend am Brunnen vor unserer angemieteten Berghütte, den Versuch startete uns irgendwie wieder sauber zu bekommen. Nicht, als meine Geschwister und ich nacheinander im Südtiroler Gsieser Tal, mit unserem Tandemschirm Richtung Abgrund rennen, um wenig Sekunden später den Autrieb zu spüren. Nicht, nach einer Woche Zelten mitten im Wald, umgeben von Fischteichen, in denen man herrlich baden konnte!

Wir fühlten uns als richtige Abenteurer. Segelten mit Christoph Kolumbus auf unserem selbstgebauten Floss, grillten über dem Lagerfeuer und hielten auf selbstgesuchten, eigentlich viel zu langen Ästen, Stockbrot über das Feuer. Wir versuchten Fische zu fangen, Bäume zu fällen, schnitzten uns alles was wir Kinder zum Leben brauchten. Suchten den Waldzwerg, der uns Briefe vor unser Zelt legte. Wir sangen Lieder und bestaunten den Sonnenuntergang. Wir redeten, philosophierten und kicherten – ohne Stress, ohne Druck, ohne die Uhr im Blick. Wir durften Kinder sein. Uns wie Kinder bewegen und Freiheit spüren. Freiheit, die Kindern schon so früh genommen wird.

Es gab keine festen Zeiten, weder zum Essen, noch für’s Schlafen. Losgelöst von all‘ den Regeln die im Alltag so viel Platz einnehmen. Ohne Fernseher und Internet, dafür aber beschenkt mit Freiheit und Zeit.

Zeit mit der Familie. Für Kinder, Zeit um Fragen zu stellen, für Eltern Zeit, um diese Fragen auch zu beantworten. Zeit zum Spielen, Toben und Laufen. Zeit zum Essen: sei es beim Frühstück, beim Eis essen, beim Picknick auf saftigen grünen Wiesen, am Lagerfeuer oder ganz einfach auch am abendlichen Buffet im Hotel. Ohne im Hinterkopf den nächsten Termin zu haben. Zeit für die Natur, ganz egal ob am Meer, mit Bergpanorama, oder in Wäldern die nach duftenden Harz und Abenteuern riechen.

Ganz egal auf welchem Kontinent dieser Erde, in welchem Land, oder in dem Hotel, in dem man schon das 5. Jahr in Folge übernachtet. Es muss nicht’s Neues sein, es muss nicht’s Besonderes sein. Es muss kein Luxus sein, oder irgendwelchen Trends entsprechen. Es muss für uns gut sein – für unsere Familie und für unsere Kinder.

Auf Reisen möchte ich vor allem eins, meinen Kindern eine Freiheit geben, die über den Gartenzaun hinaus geht. Eine Freiheit die heißt: Loslaufen -und entdecken! Wir haben nur ein Leben, und dieses Eine Leben schreit gerade zu nach Erfahrungen, Abenteuern und Freiheit. Das Leben möchte gelebt und erlebt werden.

Freiheit und Sehnsucht spüren.

Sich Zeit nehmen, für die Familie, aber auch für sich Selbst.
Das ist für mich das wirkliche Glück am Reisen!

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Über die Zeit des Kinderlachens und die Zeit der Stille https://miniundmami.net/2015/10/27/ueber-die-zeit-des-kinderlachens-und-die-zeit-der-stille/ https://miniundmami.net/2015/10/27/ueber-die-zeit-des-kinderlachens-und-die-zeit-der-stille/#respond Tue, 27 Oct 2015 22:02:06 +0000 http://www.miniundmami.net/?p=1342 Der Große spielt und erzählt dabei lautstark. Aus dem Radio klingt Musik – Kinderlieder, Hörspiele. Da werden Züge, Autos und afrikanische Wildtiere nachgeahmt. Wir lesen Bücher. Erzählen Geschichten. Wir singen. Wir lachen. Wir kichern. Wir toben. Rangeln. Kitzeln. Quietschen. Kreischen. Es ist laut. Manchmal sehr laut. Und noch lauter. Das Murmelchen weint. Schreit. Brabbelt. Erzählt. Kichert. Macht sich bemerkbar. Mein Mann und ich versuchen uns zu unterhalten.

„Warte mal bitte, ich verstehe kein Wort!“

im Moment wohl in den TopTen unserer meistgesagtesten Sätze.

Der heutige Tag hat noch gute zwei Stunden. Die Kinder schlafen. Hier im Wohnzimmer ist es ruhig. Kein Fernseher. Kein Radio. Der Liebste sitzt neben mir. Wir reden nicht. Alles ist ruhig. So ruhig wie es das letzte mal gestern Abend war. Ungefähr zur selben Zeit – die gleiche Stille. Ich weiß, dass es meinen Kindern gut geht. Das sie friedlich und geborgen in unserem Bett schlafen und ich weiß, dass ich in nicht einmal 10 Schritten bei Ihnen bin. Würde ich das sanfte Atmen aus dem Babyphone nicht hören, dass die Stille unterbricht, hätte ich wohl keine ruhige Minute.

Da drückt die Stille dann mit voller Kraft auf meine Brust.

Tut fast ein bisschen weh und will mich spüren lassen: Da ist etwas nicht in Ordnung.

Wenn der Räuber alleine im Zimmer spielt und es plötzlich ruhig ist: kurzes Durchatmen und die Stille genießen. Doch dauert die Stille länger an, macht mich das Unruhig. Ruhe bedeutet in so einer Situation fast immer Gefahr oder kleiner | großer Unfug. Meistens sind wenn ich das Zimmer betrete die Zimmerwände bunter wie vorher, der Teddy hat eine neue Frisur oder es wird versucht das Bücherregal hochzuklettern, um zu schauen ob man jetzt vielleicht doch über Nacht das Fliegen gelernt hat.

Jede Mama kennt das wohl. Wir sehnen uns nach Stille, ist sie da, können wir sie nicht wirklich genießen. Die Stille am Tag schon lange ausgezogen. Seit dem Tag an dem das große Kind in unser Leben einzog. Wurde noch weniger als das Murmelchen unsere Familie vergrößerte. In den wenigen Momenten in denen uns die Stille einen kurzen Besuch abstattet, gibt sie sich nicht als die Selbe:

Sie ist nicht mehr die entspannte, ruhige, gelassene Stille. Die Stille ohne Hintergedanken und ohne Sorgen.

Nicht mehr die, die man einfach so genießen kann, obwohl man es doch so gerne würde.

Und wenn wir sie dann irgendwann zurück haben, die gute, alte Bekannte Stille. Was bringt sie uns dann? Vermutlich ein Haus ohne Kindergeschrei, ohne Lärm, ohne dröhnende Ohren. Aber auch eines ohne Küsschen & Umarmungen von diesen kleinen, wunderbaren Wesen, die täglich so viel Liebe, Glück, Temperament und einzigartige Momente in unser Leben bringen.

 Dann ist sie da die Stille – Ist es dann eine Stille des Vermissens oder können wir sie dann auch genießen?

Vielleicht nur dann, wenn wir die Stille ein paar Jahre haben ziehen lassen – und die lauten und tubulenten Jahre, die mit den Kindern in unsere Familie eingezogen sind, genossen haben…

Denn, alles hat seine Zeit!

„…suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.“  

(Prediger, 3)

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„Heute war ein schöner Tag!“ – Vom Wert des Alltäglichen https://miniundmami.net/2015/10/07/heute-war-ein-schoener-tag-vom-wert-des-alltaeglichen/ https://miniundmami.net/2015/10/07/heute-war-ein-schoener-tag-vom-wert-des-alltaeglichen/#comments Wed, 07 Oct 2015 20:05:06 +0000 http://www.miniundmami.net/?p=1172 Der Räuber und ich liegen im Bett. Wir haben gemeinsam unsere Schlafanzüge angezogen, Zähne geputzt und noch eine Gute-Nacht-Geschichte gelesen. Wir haben gebetet und uns ein „Schlaf-gut-Küsschen“ gegeben. Der Sternenprojektor ist an und wirft funkelnde Sternchen an die Wandschräge in seinem Zimmer. Ich hab meinen Sohn im Arm, er kuschelt sich an mich. Gräbt sich tief in meine Achselhöhle ein und dreht meine Haarlocke um seinen Finger. Ich mache die Augen zu und versuche mich zu entspannen. Ich versuche nicht an die ganzen unerledigten Aufgaben zu denken die ich heute nicht geschafft habe. So viel habe ich den ganzen Tag aufgeschoben. Aber vorallem wollte ich mich um den Räuber kümmern. Ich wollte ihm etwas vorlesen. Mit ihm etwas Tolles machen. Auf den Spielplatz gehen oder in den Wald um ein paar Schätze für unseren Jahreszeitentisch zu suchen. Aber immer kam etwas dazwischen. Ein Anruf oder irgendwas das mir noch eingefallen ist, das Murmelchen wollte gestillt oder gewickelt werden. Es war zum Verrückt werden. Immer wieder mussten wir es auf später verschieben.

Und jetzt liegen wir hier und das schlechte Gewissen kommt wieder in mir hoch. Ich streichle ihn über die Wange. Er schaut mich mit seinen großen Augen an und sagt: „Mama? Heute war ein schöner Tag!“  Ich frage mich ob ich richtig gehört habe.  „Heute? Aber wir haben doch gar nichts besonderes gemacht!“

„Doch“, sagt der Räuber, „Ich hab gespielt und ich durfte dir helfen die Spülmaschine auszuräumen und die Wäsche von der Waschmaschine in den Wäschekorb schmeißen – das war lustig! Und wir haben Musik gehört und ich hab getanzt und du auch. Und wir haben Nudeln gegessen und als ich versehntlich die Schüssel runtergeschmissen hab, da hast du nicht geschimpft. Du hast gelacht weil die Nudeln an mir geklebt waren. Du hast mir durch die Haare gewuschelt und mir einen Kuss gegeben und dann haben wir uns auf den Boden gesetzt und die Nudeln vom Boden gegessen – das war noch lustiger! Und nach dem Essen haben wir alle gekuschelt wie du meinen kleinen Bruder gestillt hast und das mag ich immer so gern! Weil ich euch alle so lieb hab, den Papa und den Bruder und dich – und weißt du was? Ich lieb euch so sehr wie die Fische das Meer!“

Er lacht. Er lacht weil sich sein letzter Satz reimt. Bei mir kullern die Tränen. Eine. Noch eine. Und noch eine. Hat er das gerade wirklich gesagt? Und plötzlich wird mir bewusst, dass es am Ende des Tages nicht wichtig ist ob wir etwas ganz Besonderes mit unseren Kindern gemacht haben, denn unsere Kinder sehen die Dinge sowieso mit ganz anderen Augen. Sie freuen sich über kleine Dinge und auch über Alltägliches. Wir müssen uns nicht täglich anstrengen und uns nicht jeden Tag ein Highlight ausdenken. Vielleicht sollen uns gerade solche Tage lehren, die Dinge einfach auch mal laufen zulassen, denn am Ende des Tages ist nur eins wichtig:

Unsere Kinder für ein paar Momente glücklich gemacht zu haben.

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