Bin ich die, die völlig zerknautscht aus dem Bett steigt und erstmal zwei große Tassen Kaffee braucht.
Bin ich die, die bis 9 Uhr, eher knurrt und brummt, anstatt zu reden. Und ich bin die, deren Augenringe bis zum Bauchnabel hängen. Ebenso, meine Brüste.
Seit ich Kinder habe, bin bin ich weicher , und damit meine ich nicht nur meinen Bauch, sondern mein ganzes Herz, mein Inneres, meine Seele. Alles fühlt sich so viel zarter an. Ihr kennt das sicher, da ist so viel Liebe, dass es sich anfühlt, alles wäre das Innere irgendwie in Watte gepackt.
Ich bin sensibler, ich weine wegen vermeintlichen Kleinigkeiten. Oft schaue meinen Kindern beim Spielen zu, beim wachsen, beim lernen & entdecken, und da macht sich so ein großes Glück in mir breit, dass ich gar nicht anders kann. Da kullern so oft, kleine und große Freudentränen
Seit ich Kinder habe, kenne ich allerdings nicht nur das große Glück, und die pure Lebensfreude, sondern auch Kummer und Schmerz. Nein, ich ich bin keine ängstliche Mama – aber ich habe ganz tief in mir, eine Angst die ich vorher nicht kannte. Ich leide mit, bei jedem ausgeschürften Knie, bei jedem Sturz – ganz klar, aber nichts ist schlimmer, als die Angst, meinen Kindern könnte etwas wirklich schlimmes wiederfahren. Schlimme Unfälle, Krankheiten fernab von einem harmlosen Schnupfen. Ich denke dabei an Mütter von Kindern die viel zu früh gehen mussten, und bekomme beim Gedanken daran kaum Luft. Hätte ich mir darüber früher Gedanken gemacht? Hätte ich diesen Schmerz auch nur anseitsweiße nachfühlen können? Ich glaube nicht.
Seit ich Kinder habe, bin ich aber auch mutiger. Ja, ich bin eine echte Kämpferin geworden. Ich verteidige mein kleines Rudel wie eine Wölfin. Ich würde alle in Grund und Boden reden, vom 10er springen, beim Dschungelcamp mitmachen oder Feuer sprucken, wenn das irgendetwas bewirken würde. Ja, wenn es um meine Kinder geht, entwickle ich einen unglaublichen Mut, eine Kraft die ganz tief aus meinem Herzen kommt. Einen Kampfgeist aus Liebe – gibt es sowas? Egal, ihr wisst was ich meine, oder?
Seit ich Kinder habe, sehe ich das Leben aus einer ganz neuen Perspektive. Ich laufe langsamer, mit offeneren Augen. Sehe und betrachte Dinge, die ich zuletzt als Kind so wahrgenommen habe. Für ein Stück weit, werde ich vielleicht sogar selbst wieder zum Kind. Ich lache mehr, weil mir meine Kinder ein so großes Stück Lebensfreude, schon morgens ans Bett tragen. Mit der Geburt meiner Jungs, war plötzlich so viel Schönes um mich herum.
Seit ich Kinder habe, lerne ich täglich dazu. Es ist als würde ich wieder in die Schule gehen. In die Schule, für die es tatsächlich eine Schulpflicht geben sollte. In eine Schule, in der die wirklich wichtigen Werte des Lebens vermittelt werden, nicht um den Satz des Pythagoras. In eine Schule, in der Kinder unterrichten. Kinder die mit imaginären Freunden und Marienkäfer sprechen. („Mach’s gut kleiner Marienkäfer, pass auf deine Punkte auf!“)
Seit ich Kinder habe bin ich offener, und dadurch viel freier und glücklicher. Denn ja, ich tue Dinge, die ich, wäre ich kinderlos, nicht tun würde. Mich im Sand einbuddeln lassen, auf Bäume klettern (obwohl das natürlich super dämlich aussieht!). Ich esse die Reste vom blauen Schlumpfeis, und freue mich über die blaue Zunge, über die sich meine Kinder natürlich kringelig lachen.
Womit wir aber auch schon beim nächsten Punkt wären, denn seit ich Kinder habe, kann ich auch richtig gut über mich selbst lachen. Nehme ich mich selbst nicht mehr so wichtig. Habe ich auch Spaß, wenn kurz nach dem Anziehen, das Outfit schon wieder von einem übergroßen Tomatensoßen-Fleck verziert wird.
Ich bin selbstbewusster, in jedem Fall. Nicht nur weil ich diesen beiden, für mich vollkommen perfekten kleinen Menschen, das Leben geschenkt habe. Sondern weil ich weiß, worauf es wirklich ankommt. Weil ich seit ich Kinder habe, eine Zufriedenheit in mir trage, die mir mit jedem Blick in den Spiegel klar macht, dass dies viel Schöner macht, als jedes Makeup. Weil man dann sogar mit ungekämmten Haaren wunderschön sein kann. Durch meine Kinder, und die Liebe die sie tagtäglich in unserer Familie versprühen, habe ich ein Stück weit gelernt Ich selbst zu sein – mich nicht mehr für andere zu verbiegen.
Seit ich Kinder habe, ist mir die Erde auf der wir leben, viel wichtiger geworden. Habe ich das Bedürfniss etwas zu ändern, einen kleinen Teil dazu beitragen, dass sie so schön bleibt. Ich mache mir plötzlich Gedanken über das viele Plastik im Meer, und die Kinderarmut in Kambodscha. Hätte ich das auch getan, wenn meine Kinder mich nicht so mit Liebe überschütten würden? Vermutlich nicht. Doch so habe ich das Gefühl, von der Liebe die ich so bedingungslos von meinen Kindern bekomme, auch wieder einen kleinen Teil in die Welt zu tragen. Und ich weiß, davon braucht unsere Erde an so manchen Orten ganz viel.
Ich könnte noch ewig weitermachen, aber am Ende würde immer das gleiche stehen.
Kinder haben, dass bedeutet nicht nur kürzere Nächte, weniger Freiheiten und strapazierte Nerven. Kinder bringen vorallem ganz viel Liebe in unser Leben. Eine Liebe, die so manchen Gedanken und Gefühlen einen Weg bereitet.
Eine so reine und große Liebe, die uns einen Weg gehen lässt, den wir sonst nie gegangen wären.
Und am Ende des Weges, da steht wieder Liebe.
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