MiniundMami
GEDANKEN GESUNDHEIT

Nicht jetzt! Nicht schon wieder krank!

Die Erkältungszeit steht vor der Tür. Während wir versuchen die letzten Sonnenstrahlen zu genießen, stocken wir schonmal den Taschentüchervorrat auf. Wir kontrollieren Medizinschränkchen, ob auch wirklich noch genug: Hustensaft, Nasenspray, Fieberzäpfchen, Hefepulver für Durchfallerkrankungen, Ohrentropfen, Bienenwachswickel (diese Liste lässt sich nach belieben weiterführen), da sind. Wir machen Großeinkauf in der Apotheke, und in unserem Kopf läuft ein (gefühlter) Horrorfilm ab. Sie ist wieder da, die Zeit in der unsere Kinder neben Ausmalbildern und Bastelsachen, auch noch die gruseligsten Keime aus dem Kindergarten mit nach Hause bringen.

Wir sagen Playdates ab, weil Kind XY immer so eine Rotznase hat, unsere liebsten Begleiter werden Desinfektionsspray – und Tücher – und warum? Weil wir Angst haben. Aber wenn wir ehrlich sind, geht es uns gar nicht nur um die Kinder. Ein Stück weit geht es auch um uns, oder? Schließlich wirft so eine Erkältung, oder ein Magen-Darm-Infekt ja mal schnell alle Pläne der nächsten Tage über Bord.

Wir wissen das die meisten der Kinderkrankheiten nicht Schlimm sind. Das sie vorbei gehen, dass sie einfach Zeit brauchen. Und wir wissen, dass unsere Kinder Ruhe brauchen. Aber können wir ihnen die Ruhe vermitteln? Wir haben keine Zeit – dafür aber eine perfekte Tagesplanung, die sich mit einem kranken Kind Irgendwo im Nirgendwo auflöst. Wer bleibt denn dann zuhause? Was passiert wenn man keine Großeltern in der Nähe hat? Und überhaupt, was sagt eigentlich unser Arbeitgeber dazu, wenn wir uns schon wieder krank melden? – „War ihr Kind nicht erst vor 4 Wochen krank?“ Es nervt. Es nervt uns weil Zeit drauf geht. Zeit die wir nicht haben.

Also muss ein Fieberzäpfchen her, und 10 Minuten später geht es unserem Kind (das wohl gerade nicht so funktioniert wie es soll!) zum Glück wieder besser. Also kann es in die Kita – Fieber ist schließlich weg! Juhu, Problem gelöst! Ein schlechtes Gewissen tragen wir dennoch den ganzen Tag mit uns herum. Eigentlich wissen wir:

Unser Kind gehört eigentlich gerade nicht in Kindergarten/Schule – es gehört in unsere Arme!

Nicht nur deshalb, um andere Kinder zu schützen, sondern vorallem auch um sich selbst zu kurieren. Vielleicht sollten wir lernen das Krank sein unserer Kinder anzunehmen, uns nicht zu ärgern, keine Panik & Hysterie zu verbreiten. Lernen, dass Krank sein dazu gehört. Zum Herbst, zum Winter – zur Kindheit. Kinder sind häufiger krank, sie müssen ihre Abwehrkräfte erst ausbilden. Vielleicht können wir lernen es anzunehmen, unsere eigenen Ängste abzulegen, vermeintliche Pflichten einfach liegen lassen. Krank sein dauert im Normalfall keine Wochen. Es sind wenige Tage, die wir  vielleicht auch als Geschenk ansehen könnten?!

Kranke Kinder – das kann auch heißen:  Entschleunigung & Nähe. Kann bedeuten, dem Kind unzählige Bücher vorzulesen, sich zu zweit unter die kuschlig-warme Decke zu kuscheln, Tee trinken, Zwieback verteilen. Alte Lieblingssendungen aus den eigenen Kindheitstagen schauen, und dem Kind beim Schlafen zuzuschauen.

Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, manchmal ist es besser Verpflichtungen einfach mal sausen zu lassen. Manchmal ist es besser de Arbeitgeber, oder wichtige Abgabetermine für heute abzusagen. „Mein Kind ist krank! Ich bleibe heute und morgen zuhause“ – das grenzt quasi schon fast an eine Mutprobe, aber es lohnt sich. Für uns selbst, für unser Kind. Denn ein Kind das die Chance bekommt, sich vollständig auszukurieren, ist letztlich schneller wieder  fit, als das Kind, dass krank in die Kita geschickt wird. Kinder brauchen Zuwendung wenn sie krank sind. Kinder brauchen die Chance wieder gesund werden zu können, und das geht am Besten zu Hause.

Nehmen wir es einfach wie es ist, schieben wir den Ärger weg, nehmen wir das Krank sein unserer Kinder einfach an. Dann verbringen wir eben zwei Tage im Bett – alles andere kann warten! Und plötzlich ist da keine Panik mehr, vor einer heißen Kinderstirn, kleinen Rotznasen und Durchfall.

Schließlich wissen wir: Kinder werden krank – aber sie werden auch wieder gesund.

Ist das nicht schön zu wissen?

 

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